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Venezuelas Oppositionsführerin: Trump würde den Friedensnobelpreis annehmen, wenn er ihn geschenkt bekäme

Stern 

Venezuelas Oppositionsführerin María Corina Machado will ihren Friedensnobelpreis an Donald Trump weitergeben. Der findet das nur gerecht. Aber ist so eine Weitergabe auch erlaubt?

Für ihre demokratische Arbeit in Venezuela wurde María Corina Machado vergangenes Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet – eine Ehrung, die US-Präsident Donald Trump eigentlich für sich beansprucht. Immer wieder betont der Republikaner, dass er für den Preis am besten geeignet sei. In einem Interview hat Machado angedeutet, dass sie die Auszeichnung an ihn weitergeben würde. Trump würde dankend annehmen.

So ließ er es zumindest in einem Interview mit dem Sender Fox News anklingen: "Ich habe gehört, dass sie das tun will, es wäre eine große Ehre", sagte Trump am Donnerstagabend im Weißen Haus zu Fox-News-Moderator Sean Hannity. Mehrere US-Medien berichteten von dem Interview. Darin betonte Trump erneut, dass es "eine große Schande" für das Komitee in Norwegen sei, dass er die Auszeichnung nicht gleich erhalten habe. Immerhin habe er während seiner zweiten Amtszeit "acht und ein viertel Kriege" beendet, behauptete Trump in dem Fox-News-Interview.

Machado: Trump hat den Friedensnobelpreis "verdient"

Die venezolanische Oppositionspolitikerin will kommende Woche nach Washington reisen und sich dort mit dem US-Präsidenten treffen. Trump sagte lediglich, er habe gehört, dass Machado irgendwann kommen werde, "entweder am Dienstag oder am Mittwoch", sagte er bei einem Treffen mit Führungskräften von Ölkonzernen. "Ich freue mich darauf, sie zu begrüßen."

Es wird darüber spekuliert, ob der Termin dazu dient, dem US-Präsidenten den Friedensnobelpreis zu überreichen. Die Auszeichnung hatte Machado Trump bereits gewidmet, als ihr der Nobelpreis im Oktober 2025 zuerkannt wurde. In ihren Augen, so sagte Machado kürzlich gegenüber Fox News, habe Trump diese Auszeichnung auch "verdient". Sie würde ihn sogar mit dem US-Präsidenten teilen.

Jetzt könne sie sich sogar vorstellen, die Auszeichnung an ihn weiterzugeben – als Zeichen der Dankbarkeit des venezolanischen Volkes für die Absetzung des Diktators Nicolás Maduro. "Der 3. Januar wird als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem die Gerechtigkeit die Tyrannei besiegt hat", bedankte sie sich über Fox News überschwänglich beim US-Präsidenten.

Die Bewunderung beruht jedoch nicht auf Gegenseitigkeit: Nach der Festnahme Maduros hatte Donald Trump die Eignung der Oppositionsführerin als Nachfolgerin Maduros angezweifelt. "Ich denke, es wäre sehr schwierig für sie, die Führungsposition zu übernehmen, da sie weder die nötige Unterstützung noch den nötigen Respekt im Land genießt", sagte er am Wochenende. "Sie ist eine sehr nette Frau, aber ihr fehlt der Respekt der Bevölkerung."

Nobelpreis-Komitee nicht begeistert

Ob Machados Lobeshymnen auf Trump nun ernst gemeint oder strategische Schmeicheleien sind, sei dahingestellt. Fraglich bleibt, ob sie etwas bringen. Zumindest das Nobelpreis-Komitee in Oslo hat dazu eine klare Meinung: "Ein Nobelpreis kann weder aberkannt, geteilt noch an andere übertragen werden. Sobald die Vergabe bekannt gegeben wurde, ist die Entscheidung endgültig", heißt es auf der Webseite.

Auch ein Einspruch gegen die Vergabe sei "gemäß § 10 der Satzung der Nobelstiftung" unmöglich. Die Jury in Oslo verzichte zudem darauf, Äußerungen und Handlungen der Preisträger zu kommentieren. "Das Mandat des Komitees beschränkt sich darauf, die Arbeit und die Leistungen der nominierten Kandidaten bis zu dem Zeitpunkt zu bewerten, an dem entschieden wird, wer den Friedensnobelpreis für ein bestimmtes Jahr erhält", heißt es dazu. Das sind gute Nachrichten für Donald Trump: Eine Chance auf den Friedensnobelpreis besteht für ihn weiterhin.

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