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Inferno in Silvesternacht: Betreiber von Unglücksbar in Crans-Montana muss in Haft

Stern 

Nach der Feuerkatastrophe in Crans-Montana hat ein Gericht im Schweizer Kanton Wallis U-Haft gegen den Wirt der Bar "Le Constellation" verhängt.

Knapp zwei Wochen nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana muss der Besitzer der Unglücksbar "Le Constellation", Jacques Moretti, in Untersuchungshaft. Das zuständige Gericht in Sitten im Schweizer Kanton Wallis hatte einem entsprechenden Antrag der Anklage stattgegeben.

Die leitende Staatsanwältin hatte dies mit Fluchtgefahr begründet. Moretti ist Franzose. Seine Frau Jessica, mit der er die Bar zusammen betrieb, bleibt auf freiem Fuß. Die Anwälte des Ehepaars betonten, dass die beiden keine Absicht hätten, sich den Ermittlungen zu entziehen.

40 Menschen starben bei Brand in Crans-Montana

Der 49-Jährige war am Freitag nach einer sechsstündigen Anhörung durch die  Staatsanwaltschaft festgenommen worden (der stern berichtete). Grund dafür war den Angaben der Behörden zufolge "konkrete Fluchtgefahr". Zuvor hatte die Polizei von einer Festnahme abgesehen, da keine Haftgründe vorgelegen hätten.

Dem Franzosen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung vorgeworfen. Seine ebenfalls verdächtige Frau verließ das Justizgebäude am Freitag in Freiheit. "Das ist eine unvorstellbare Tragödie. Niemals, wirklich niemals im Leben hätten wir uns das vorstellen können", sagte sie unter Schluchzen und bat um Entschuldigung.

Der Angeklagte gilt weiterhin als unschuldig

Die Untersuchungshaft ist zunächst auf drei Monate befristet. Moretti könne wieder auf freien Fuß kommen, wenn bestimmte Sicherheiten hinterlegt werden, teilte das Gericht mit. "Es geht also nicht darum, den Angeklagten bereits zu bestrafen, da dieser bis zum Inkrafttreten eines möglichen Urteils als unschuldig gilt", heißt es weiter.

In der Bar "Le Constellation" war in der Silvesternacht ein verheerendes Feuer ausgebrochen. 40 Menschen starben bei dem Inferno, 116 wurden verletzt, teils mit schwersten Brandwunden. Unter den Opfern sind viele Jugendliche und junge Erwachsene. 

Als Ursache für das Feuer gelten Pyro-Sprühfontänen, die die Schaumstoffverkleidung an der Decke der Bar in Brand gesetzt haben sollen. Zudem gibt es Berichte über ausgebliebene Brandschutzkontrollen der Behörden – sie stehen daher in der Kritik.

Am vergangenen Freitag erinnerten eine Schweigeminute und Glockengeläut in der Schweiz an die Opfer des Unglücks.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde nach seiner Veröffentlichung mehrfach aktualisiert.

Quellen: "24heures.ch", "lémanbleu.tv", Nachrichtenagenturen AFP und DPA

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