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Steirerrausch: Spürnasen zwischen Grusel und Komik

Stern 

Im Weinort in der Steiermark zelebrieren sie Halloween. Die hölzernen Windräder klappern zwischen den Reben gegen die lüsternen Vögel an, und die Dorfjugend feiert in einer Burgruine. Dann wird bei einer Sitzung der Seherin Vera (Adele Neuhauser) eine Weinbäuerin erschossen ...

In den steirischen Weinbergen wird Halloween so unverdrossen gefeiert, als sei man mitten in Amerika. Recht amerikanisch mutet in "Steirerrausch", dem nun wiederholten sechsten Landkrimi aus der Steiermark (Regie: Wolfgang Murnberger), allerdings auch die Sitte an, dass ein jeder zu Hause ein Jagdgewehr in der Kommode hat. Bald gibt es denn auch eine Tote: Bei einer Sitzung mit der Seherin Vera (Adele Neuhauser) wird die Winzerin Sabine Fuchs durchs Fenster erschossen. Da gibt es für die Grazer Kieberer Sascha Bergmann (Hary Prinz) und seine neue Kollegin Anni Sulmtaler (Anna Unterberger) viel zu tun im dörflichen Idyll, wo die Windmühlen in den Weinbergen klappern.

Die Neue an Bergmanns Seite

Bei der Erstausstrahlung des Krimis im Jahr 2021 mochte manch einer noch die Kollegin Mohr (Miriam Stein) vermissen, die in der vorhergehenden Folge "Steirertod" das Leben lassen musste. Doch die Neue und der alte Haudegen Sascha verstehen sich gut. Folglich laufen die Dialoge zwischen den beiden wie geschmiert, gleich, ob es sich nun um die ewigen Scharmützel zwischen den Geschlechtern handelt oder ob nach erfolgreicher Zimmersuche im Tristesse-Hotel die Anni in adretten Dessous dem weniger adretten Sascha den Fuß verbinden muss, weil er in die Scherben einer Fensterscheibe getreten ist.

Im Sekundentakt berichtet Anni Sascha auch ihr ganzes bisheriges Leben: dass sie bei der Tante aufgewachsen ist, weil die Eltern früh gestorben sind. dass sie dann aber zur Oma überwechseln musste, weil der Onkel übergriffig geworden sei. Ihren ungelenken Macho-Kollegen hat sie jederzeit im Griff, wie auch alsbald den ganzen Fall.

Die Balance zwischen Grusel und Komik stimmt

Der deutet schwer auf eine in Krimis eigentlich längst verpönte Eifersuchtstragödie hin. Wollte der Täter womöglich gar nicht die Winzerin treffen, sondern die Magierin Vera selbst? Hat er sich bloß verschossen? Und wird nicht in der Hütte des Winzers Fuchs (Christoph Krutzler – eine Urwucht von einem Verdächtigen) dessen fast noch rauchendes Jagdgewehr gefunden? Derweil schleicht Eisi Gulp als Exorzist und Gegner der schwarzen Magie ums Haus. Einen zusammenklappbaren Kreuzaltar trägt er mit sich und mischt sich überall ein, seitdem er seine Approbation als Krebsheiler wegen Kurpfuscherei verloren hat.

Wie schon bei den vorherigen Landkrimis aus der Steiermark liegt die Würze wieder einmal in den locker aus der Hüfte geschossenen Dialogen. Die Balance zwischen Grusel und Komik stimmt, da erweist sich der Regisseur Wolfgang Murnberger, der zusammen mit Ehefrau Maria auch wieder das Drehbuch schrieb, wieder als Meister seines Fachs. Auf der Spürnasen-Ebene ist es eher etwas dünn. Ein Faible für einen satirischen Heimatkrimi sollte man also schon haben.

Inzwischen sind sechs weitere Filme der aus der ORF-"Landkrimi"-Reihe entstammenden Krimireihe in Deutschland erschienen. Die deutsche Erstausstrahlung des Films "Steirerwahn" plant das Erste am Donnerstag, 12. Februar, um 20.15 Uhr. Ein deutscher Termin für den im Dezember in Österreich erstausgestrahlten Film "Steirerstich" gibt es noch nicht. Die Dreharbeiten zu den Filmen 15 und 16 der Reihe fanden im Zeitraum von August bis Oktober in Graz und Umgebung statt. Maya Unger ermittelt erstmals als Lena Herzog an der Seite von Hary Prinz als Sascha Bergmann.

Steirerrausch – Mo. 19.01. – ARD: 20.15 Uhr

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