Gegen Einsamkeit: Weniger Menschen nutzen Angebot von Silbernetz in MV
Einfach mal reden: Seit 2014 bietet der Verein Silbernetz Hilfe gegen Einsamkeit für Menschen ab 60 Jahren. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Zahlen zurückgegangen.
In Mecklenburg-Vorpommern haben im vergangenen Jahr weniger Menschen das Angebot des Vereins Silbernetz gegen Einsamkeit in Anspruch genommen. Die Hilfsorganisation verzeichnete 2025 265 Anrufe (2024: 1.435 Anrufe), das entspricht einem Rückgang um 81 Prozent, wie der Verein der Deutschen Presse-Agentur dpa mitteilte. Am sogenannten Silbertelefon unter der bundesweiten Hotline 0800 4 70 80 90 stehen ehrenamtliche Mitarbeiter täglich von 8.00 bis 22.00 Uhr bereit, um mit älteren Menschen zu reden und sich auszutauschen - auch ohne akute Krise.
"Den massiven Rückgang der Anrufzahlen in Mecklenburg-Vorpommern führen wir auf eine Wahlwiederholerin zurück, die 2024 sehr häufig anrief – wenn solche Menschen eine andere Beschäftigung finden, rufen sie nicht mehr an", sagte Sprecherin Amira Mahdi. Die häufigsten Anliegen am Silbertelefon seien: "einfach mal reden" (rund 95 Prozent), physische Beschwerden (über 75 Prozent), Einsamkeit (rund die Hälfte) und positive Rückmeldung/Dankbarkeit (rund 45 Prozent). "Viele Menschen sind überrascht zu hören, wie viele Ältere am Silbertelefon noch von Liebeskummer erzählen", sagte Mahdi.
Für manche Anrufende ist der Verein der einzige Kontakt
Für manche Anrufende sei der Verein der einzige Kontakt, den sie erreichen könnten, darum meldeten sie sich fast jeden Tag am Silbertelefon, erklärte die Sprecherin. Für manche sei der Verein zeitweise ein Kontakt in Krankheitsphasen, andere riefen an, um ein spezielles Problem zu besprechen. Neben dem spontanen Gesprächsangebot vermittelt der Verein, der 2014 in Berlin gegründet wurde, auch Telefonfreundschaften. Hier können Menschen regelmäßig ausgiebig mit demselben Menschen telefonieren. Zudem informiert der Verein auch über Angebote für Seniorinnen und Senioren vor Ort.