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Kinderbetreuung: Bertelsmann-Studie: Viele Kitas im Saarland unterbesetzt

Stern 

Nur jede 20. Kita im Saarland erfüllt die empfohlenen Personalstandards. Was das für die Betreuung und Förderung der Kinder bedeutet.

Nur jede 20. Kita im Saarland verfügt einer Studie zufolge über die empfohlene Personalausstattung. Das geht aus einer bundesweiten Studie der Bertelsmann-Stiftung mit Sitz in Gütersloh hervor. Demnach entspricht die sogenannte Personalausstattungsquote in lediglich fünf Prozent der Einrichtungen den fachlichen Empfehlungen, um die Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern zu gewährleisten, heißt es in der Studie. 

Zugleich habe im Saarland gut ein Drittel (34 Prozent) der Einrichtungen weniger als 60 Prozent der empfohlenen Personalressourcen. Bei weiteren gut 11 Prozent der Kitas liege die Personalausstattung etwas unterhalb der fachlichen Empfehlungen. Zu etwa zwei Dritteln werden die Empfehlungen von rund der Hälfte der Kitas erfüllt.

Die Personalausstattungsquote ist ein in Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Familienforschung an der Universität Wien entwickelter Indikator. Er soll der Studie zufolge ermöglichen, die Personalsituation in Kitas auf Basis der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik differenziert abzubilden. 

Das Saarland habe im Bundesländervergleich eine eher niedrige Personalausstattungsquote von 0,66, hieß es. Das bedeutet: Im Mittel verfügen die Kitas im Bundesland über 66 Prozent der Personalressourcen, die notwendig wären, um die fachlichen Empfehlungen zu erfüllen. 

Personalbedarf hängt von mehreren Faktoren ab

"Ausreichende Personalkapazitäten sind unabdingbar, wenn es um die notwendigen zeitlichen Ressourcen für die individuelle Bildungs- und Entwicklungsförderung des einzelnen Kindes geht", betont das Studienteam. Ob die vorhandene Anzahl der Mitarbeitenden für den Bedarf der Kinder angemessen ist, hänge unter anderem von der Größe der Kita, dem Alter der betreuten Kinder sowie deren besonderen pädagogischen Anforderungen ab.

Die Fachleute haben deshalb erstmals nicht nur die reine Anzahl der Erzieherinnen und Erzieher mit der Zahl der betreuten Kinder und deren Alter ins Verhältnis gesetzt. Stattdessen berücksichtigten sie auch die Zahl der Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache oder einer körperlichen, geistigen oder drohenden anderen Behinderung in einer Kita, weil diese Kinder eine intensivere Begleitung benötigen.

Der Studie zufolge sprechen im Saarland in 32 Prozent der Einrichtungen mehr als ein Viertel der Kinder nicht Deutsch in der Familie. 49 Prozent der Einrichtungen würden zudem von Kindern mit Eingliederungshilfe besucht.

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