2. Fußball-Bundesliga: "Haufen Scheiße": Kaiserslautern sucht nach Antworten
Der FCK erlebt beim 0:4 in Darmstadt ein Debakel. Sportdirektor Klos erstickt eine mögliche Debatte um Trainer Lieberknecht im Keim. Dieser zeigt sich vom Auftreten seiner Mannschaft enttäuscht.
Thomas Hengen machte seinem Ärger über die 0:4-Pleite des 1. FC Kaiserslautern beim neuen Zweitliga-Tabellenführer Darmstadt 98 ordentlich Luft. "Ich bin erschrocken und enttäuscht. Keine Ahnung, was die Jungs geritten hat. Es waren viele auf dem Platz, die ihren Job nicht gemacht haben", rügte der FCK-Geschäftsführer den desolaten Auftritt der Pfälzer und kündigte eine knallharte Aussprache an: "Wir werden uns in der Woche darüber unterhalten, worum es geht. Du vertrittst hier einen Verein."
Durch die deftige Niederlage haben sich die Roten Teufel vorerst aus dem Aufstiegskampf verabschiedet. Acht Punkte beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz drei. Torwart Julian Krahl sprach von einer "bodenlosen Frechheit". Man müsse sich auf die Fahnen schreiben, "dass das einfach mal ein Haufen Scheiße war".
Besonders bitter war der Abend für Trainer Torsten Lieberknecht, dessen Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte in einem Debakel endete. "Wir wussten, worum es geht – und wenn man dann das auf dem Platz sieht, macht mich das extrem wütend. Was mich besonders geärgert hat, ist, dass wir zu keiner Zeit das verkörpert haben, was man an so einem Abend zeigen muss, um hier eine Chance zu haben. Dieses Gefühl hatte ich ausschließlich beim Gegner", kritisierte Lieberknecht und fügte hinzu: "Das gilt es aufzuarbeiten."
Klos erstickt mögliche Trainerdiskussion im Keim
Über fast die gesamte Spielzeit war der FCK dem Rivalen unterlegen. Schon zur Halbzeit war die Begegnung nach Toren von Fraser Hornby (6. Minute/Foulelfmeter), Fynn Lakenmacher (29.) und Kai Klefisch (45.+2) entschieden. Luca Marseiler (90.+2) setzte den Schlusspunkt.
"So kann man sich nicht präsentieren, speziell, wenn man sich die erste Halbzeit anschaut. Ich nehme die Mannschaft voll in die Pflicht. Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht. Wenn du in Darmstadt so etwas machst, dann bekommst du so ein Ergebnis", polterte Sportdirektor Marcel Klos. Eine mögliche Trainerdiskussion wiegelte der 37-Jährige vehement ab. Eine solche Frage müsse nicht gestellt werden, beschied Klos.
Allerdings hatte Lieberknecht eine Aktie an der höchsten Saisonniederlage der Pfälzer, wirbelte er seine Startelf personell und taktisch doch kräftig durcheinander. Doch die Idee ging nicht auf. Abwehrspieler Jakob Rasmussen erwischte einen rabenschwarzen Tag und sah bei zwei Gegentoren nicht gut aus. Luca Sirch, in dieser Spielzeit vorwiegend in der Verteidigung eingesetzt, war als Spielmacher überfordert.
Trainer nimmt Mannschaft in die Pflicht
"Jetzt sind wir an einem Punkt, an dem wir Dinge überdenken müssen. Die Haltung ist nicht zu entschuldigen. Aber ich darf nicht alleine grübeln. Die Mannschaft muss noch mehr grübeln – und ich werde sie dabei klar in die Pflicht nehmen", sagte Lieberknecht.
In Kaiserslautern dürfte also eine unruhige Woche anstehen. Die Chance zur Wiedergutmachung besteht am kommenden Samstag, wenn der Tabellenletzte SpVgg Greuther Fürth im Fritz-Walter-Stadion gastiert. "Es ist ganz klar: Das Spiel müssen wir gewinnen", gab Lieberknecht schon mal die Marschrichtung vor.