Digitale Abhängigkeit: Alternativen zu WhatsApp, Google und Co: So einfach machen Sie sich von US-Tech-Firmen unabhängig
US-Tech-Unternehmen wie Meta oder Google haben eine Monopolstellung bei digitalen Diensten. Mit den Daten, die sie sammeln, beeinflussen sie, was wir angezeigt bekommen, wie wir kommunizieren und wie wir wählen. Wer sich aus dieser digitalen Abhängigkeit befreien will, dem bieten sich Alternativen.
Sei es in der Kita-Gruppe bei WhatsApp, bei der Suche auf Google oder in der Hobby-Gruppe auf Facebook – kaum einer kommt um die Dienste der großen US-Tech-Unternehmen herum. Während wir klicken und teilen, sammeln sie unsere Daten und Fotos. Mit den Informationen, die sie von uns bekommen, können Sie beeinflussen, was wir sehen, kaufen oder wählen. Spätestens seitdem krude Botschaften auf dem Messenger-Dienst "X" Vorfahrt haben und Mark Zuckerberg das Ende der Facebook-Faktenchecks verkündete, haben US-Tech-Unternehmen hierzulande an Ansehen eingebüßt. Vielen Nutzerinnen und Nutzern wollen zu anderen Diensten wechseln. Doch vielen sind Alternativen nicht bekannt oder fürchten zu viel Aufwand. Dabei können Wechselwillige ganz leicht zu alternativen Anbietern aus Deutschland und Europa wechseln.
Der "Chaos Computer Club" (CCC) und weitere Organisationen unterstützen Verbraucherinnen und Verbraucher aus Deutschland dabei, sich der Abhängigkeit von US-Tech-Unternehmen zu entziehen. Da Facebook, "X" und Google, aber auch Unternehmen wie Amazon aus der Sicht des CCC mit ihrer Monopolstellung unsere Freiheit gefährden, indem sie bestimmen, wie wir uns infomieren, kommunizieren und handeln, den digitalen Independence Day ausgerufen. Unterstützt wird dieser unter anderem von dem Bestsellerautor Marc-Uwe Kling ("Känguru-Chroniken"). Unter diesem Motto finden Wechselwillige auf der Internetseite Di.Day einfache Anleitungen, mit denen Sie leicht zu den jeweils alternativen Anbietern wechseln können.
Messenger-Dienste, die keine Daten sammeln
WhatsApp-Userinnen und -User finden etwas mehr digitale Unabhängigkeit bei Signal. Die Messenger-App ist trotz der Popularität von WhatsApp schon auf vielen Handys in Deutschland installiert. Zudem kommt sie ohne Werbung aus und Daten werden nicht weitergegeben. Die Kommunikation ist Ende-zu-Ende verschlüsselt. Auf der Internetseite Di.Day findet sich unter den Wechselrezepten Leitfäden dazu, wie man in nur 20 Minuten wechseln kann – inklusive Kontakten. Zwar ist Signal ebenfalls in den USA ansässig, jedoch steht dahinter eine gemeinnützige Initiative, die ohne kommerzielle Abhängigkeiten auskommt.
Eine weitere Alternative zu WhatsApp bietet Threema. Der Messenger kommt aus der Schweiz und die Kommunikation darüber ist ebenfalls Ende-zu-Ende verschlüsselt und werbefrei. Es werden laut dem Unternehmen nur so wenige Nutzerdaten erhoben, wie technisch möglich. Ganz kostenlos ist der Messenger allerdings nicht: Sowohl Android als auch iOS-Nutzende müssen einmalig sechs Eure zahlen.
Suchmaschinen, die Privatsphäre achten
Auch zu Platzhirsch Google gibt es Alternativen, welche die Privatsphäre achten und nicht die Daten über Suchanfragen und geklickte Seiten zur Gewinnsteigerung nutzen. "Ecosia.org" ist beispielsweise eine europäische Suchmaschine, welche Ergebnisse von Google oder "Microsoft Bing" nutzt. Die Suchmaschine "Startpage" liefert anonymisierte Google-Suchergebnisse. Aber ohne, dass Google weiß, wer gesucht hat. Die Suchmaschine "DuckDuckGo" kommt zwar aus den USA, bietet Nutzerinnen und Nutzern aber Privatsphäre. Um solche alternativen Suchmaschine auszuprobieren, ist keine Installation einer App oder Aufwand nötig. Einfach in den Browser eingeben und digital unabhängig suchen.
Kurznachrichtendienst ohne Algorithmen
Seitdem Elon Musk den Kurznachrichtendienst "X" als persönlichen Kanal nutzt, um seine Botschaften unter das Volk zu bringen und ähnliche Inhalte unterstützt werden, ist "X" für viele Nutzerinnen und Nutzer zunehmend unattraktiv geworden. Eine Alternative bietet sich in "Mastodon". Dabei handelt es sich um einen größtenteils werbefreien Verbund von vielen kleinen Netzwerken. Dort gibt es keine Algorithmen, keine gesponserten Posts, sondern nur eine chronologische Timeline mit den Posts von Freunden.
Wir sind dem Einfluss von Tech-Unternehmen aus den USA nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt Alternativen, die transparent und unabhängig sind und ihren Nutzerinnen und Nutzern ein Stück digitale Unabhängigkeit bieten. Diese Dienste auszuprobieren ist kein großer Aufwand.