Getöteter Polizist: Mordprozess: Polizisten werden per Video vernommen
Warum drei Polizisten im Saarbrücker Mordprozess nicht im Gerichtssaal aussagen und welche Rolle die Sorge vor Retraumatisierung spielt.
Im Saarbrücker Prozess um einen getöteten Polizisten werden drei bei der Tat anwesende Polizisten per Video vernommen. Die Kammer gab Anträgen der Opferanwälte statt, dass die Zeugen nicht im Gerichtssaal erscheinen müssen. Die Zeugen sollten audiovisuell über Bildschirme im Gerichtssaal zugeschaltet werden.
Es bestehe die Gefahr von schwerwiegenden gesundheitlichen Nachteilen, wenn sie den mutmaßlichen Täter sehen müssten, hieß es zur Begründung. Auch gebe es das Risiko einer Retraumatisierung. Bei den Polizisten handelt es sich unter anderem um einen bei der Tat angeschossenen Kommissaranwärter.
Erneut großer Andrang im Gerichtssaal
Ein 19-Jähriger muss sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Saarbrücken unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes verantworten. Der Deutsche soll im August 2025 einen 34 Jahre alten Polizeioberkommissar im saarländischen Völklingen erschossen und den Kommissaranwärter angeschossen haben.
Laut Anklage soll der 19-Jährige mehrere Schüsse aus einer Dienstwaffe abgefeuert haben, die er zuvor einem Kollegen des 34-jährigen Getöteten entrissen hatte. Die Polizisten hatten den jungen Mann nach einem mutmaßlichen Tankstellenraub fassen wollen.
Auch am zweiten Prozesstag waren alle Plätze im Gerichtssaal belegt. Die Witwe des getöteten Polizisten war als Nebenklägerin anwesend. Der Angeklagte hatte am ersten Prozesstag eingeräumt, die tödlichen Schüsse abgeben zu haben.