World News in German

morgenstern: Fastenzeit startet: Verzicht bringt die „körpereigene Müllabfuhr“ in Gang

Stern 

Fasten aktiviert die körpereigene „Müllabfuhr”. Wie Steve Bannon versuchte, Jeffrey Epstein reinzuwaschen. Und: Was macht eigentlich Boris Pistorius? Die Lage am Morgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

am heutigen Aschermittwoch beginnt gleich in zwei Weltreligionen die Fastenzeit: Im Christentum dauert sie bis einschließlich Karfreitag. Und auch der muslimische Fastenmonat Ramadan beginnt in diesem Jahr in einigen islamischen Ländern bereits heute. 

Ich bin in einem katholisch geprägten Landstrich aufgewachsen, dem Münsterland. Als Kinder wurden wir von unseren Eltern vor allem dazu angehalten, bis Ostern auf Süßigkeiten zu verzichten. Mich hat das damals mäßig begeistert – vor allem, weil wir in der Regel vom Karnevalsumzug noch prall gefüllte Tüten mit Kamelle und anderen Leckereien im Haus hatten. Zum Glück für mich und meine Geschwister haben unsere Eltern das mit dem Fasten aber auch nicht allzu streng gesehen. 

Fasten aktiviert die körpereigene „Müllabfuhr”

Mittlerweile kann ich dem Fasten viel abgewinnen – auch wenn ich es nicht unbedingt aus religiösen Motiven mache. Aber eine Zeit lang ganz oder teilweise auf Essen und Genussmittel zu verzichten, kann erstaunliche Effekte haben. Das habe ich am eigenen Leib gemerkt. Wenn der Körper nicht ständig mit Verdauen beschäftigt ist, geht er an seine Reserven. Die Zellen reinigen sich, die sogenannte Autophagie – quasi die körpereigene „Müllabfuhr“ – wird aktiv. Das kann positive Effekte auf das Immunsystem und Entzündungen im Körper haben. Für mich als Rheumatiker ein Gamechanger. Und falls Sie jetzt Angst haben, dauerhungrig zu sein: Meiner Erfahrung nach verschwindet das Hungergefühl nach ein bis zwei Tagen Umstellung und man fühlt sich überraschend fit. 

Ich habe in den vergangenen Jahren verschiedene Arten des Fastens ausprobiert und dabei festgestellt: Nicht nur der Körper, auch der Geist wird gereinigt. Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich fühle mich in Fastenzeiten fokussierter, wacher. Komme auf ganz neue Gedanken. Es ist beinah wie ein Neustart im Kopf. 

Ich werde sicher auch in diesem Jahr wieder fasten, allerdings nicht ab heute. Dafür bieten mir die Philippinen, wo ich gerade auf Dienstreise weile, zu viele kulinarische Anreize. Aber das Schöne ist ja: Man kann jederzeit damit anfangen. Wenn Sie noch unschlüssig sind, ob Sie es auch probieren sollten, hilft Ihnen vielleicht das unten stehende Interview aus unserem Archiv. Und sprechen Sie bei gesundheitlichen Bedenken unbedingt vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie Steve Bannon versuchte, Jeffrey Epstein reinzuwaschen

Steve Bannon ist eine bemerkenswerte Figur in der Maga-Welt. Als Breitbart-Macher und Chef-Wahlkämpfer half er Donald Trump maßgeblich bei seinem ersten Einzug ins Weiße Haus, wurde zum Dank zum Chefberater ernannt. Später überwarfen die beiden sich. Mittlerweile, so macht es den Anschein, kommen sie miteinander zurecht. Bannon ist keiner, der vor Trump kuscht, aber jemand, den der Präsident braucht. 

In der Maga-Szene gehört Bannon zu den wohl prägendsten Vordenkern. Nun sind allerdings die veröffentlichten Epstein-Akten für den 72-Jährigen zum Problem geworden. Weil sein Name darin an vielen Stellen auftaucht und so eine rege persönliche Beziehung zwischen Bannon und dem verurteilten Sexualstraftäter offengelegt wurde. Sie schrieben sich, sie trafen sich, sie lästerten gemeinsam – auch über Trump. Laut Bannon geschah dies zu Recherchezwecken. Er arbeite an einem Film über Epstein. Die Inhalte der Akten mit protokollierten Nachrichten lassen an dieser Darstellung allerdings Zweifel aufkommen. Demnach arbeitete Bannon offenbar sogar an einem Plan, um Epstein öffentlich zu rehabilitieren. Mein Kollege Marc Etzold zeichnet die Affäre hier für Sie nach.

5-Minuten-Talk: Was macht eigentlich Boris Pistorius?

Verteidigungsminister Boris Pistorius spielt hinsichtlich seiner Beliebtheitswerte in einer eigenen Liga. Seit dem Start der schwarz-roten Koalition steht er unangefochten an der Spitze im Umfrage-Ranking der deutschen Politiker. 

Politisch aber läuft es gerade nicht besonders gut für Pistorius. Gleich mehrere Probleme bereiten ihm Sorgen, darunter der schleppend verlaufende Aufbau der Bundeswehr-Brigade in Litauen. Auch bei der Anschaffung von Drohnen und der Frage, ob ein Kampfjet mit Frankreich gebaut wird, gibt es Streit. Meine Kollegen Veit Medick und Jan Rosenkranz diskutieren die plötzliche Problemlage des beliebtesten Ministers.

Und sonst? Weitere Schlagzeilen

Das passiert am Mittwoch, dem 18. Februar 2026

  • Nato-Übung Steadfast Dart – Soldaten und Material landen Ostsee an
  • Champions League, Zwischenrunde: Olympiakos Piräus – Bayer Leverkusen (21 Uhr)
  • König Frederik X. von Dänemark besucht Grönland

Unsere stern+-Empfehlung des Tages

Hochbegabung – das ist so ein Begriff, der für mich erst einmal nach einem Leben voller Chancen und offener Türen klingt. Wenn Hochbegabung bei Kindern nicht erkannt wird, kann das allerdings schnell zu Unterforderung, Verhaltensauffälligkeiten und – trotz der hohen Intelligenz – schlechten Noten führen. 

Die Diagnostikerin Diana Haese erklärt in diesem Interview mit meiner Kollegin Katharina Hoch, woran man Hochbegabung erkennt, warum sie oft unerkannt bleibt und was man bei Geschwisterkindern beachten sollte. 

Wie hat Ihnen dieser morgenstern gefallen? Schreiben Sie es mir gerne: patrick.roesing@stern.de. Sie können dieses Morgen-Briefing auch als Newsletter in Ihr Postfach erhalten. Melden Sie sich einfach unter folgendem Link an.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag! 

Patrick Rösing

Читайте на сайте