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Olympia: Wieder Preuß-Drama: Biathletinnen verpassen Staffelmedaille

Stern 

Franziska Preuß erlebt in Antholz ihren nächsten olympischen Nackenschlag. Deutschlands Nummer eins patzt erneut mit dem Gewehr. Somit ist die nächste Medaillenchance futsch.

Das nächste Fehlschuss-Drama um Franziska Preuß hat den deutschen Biathletinnen eine mögliche olympische Staffelmedaille gekostet. Ausgerechnet Deutschlands beste Skijägerin bekam auch im Team ihre Nerven nicht in den Griff, nachdem sie bereits in zwei Einzelrennen im Medaillenkampf am Schießstand entscheidend gepatzt hatte. 

Im Zielraum weinte Preuß nach ihrer entscheidenden Strafrunde erneut bittere Tränen - denn für sie, Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz und die neue Schlussläuferin Vanessa Voigt reichte es beim überlegenen Sieg von Favorit Frankreich nur zum enttäuschenden vierten Rang. 

Erstmals keine Staffelmedaille für deutsche Teams 

Damit sind erstmals in der Olympia-Geschichte nach den deutschen Männern, die am Dienstag ebenfalls Vierte geworden waren, auch die Frauen in der Staffel ohne Medaille geblieben. Seitdem Frauen und Männer im Biathlon 1992 ihre Wettbewerbe bei Olympia gemeinsam austragen, hatte zuvor mindestens immer eine der beiden deutschen Staffeln auf dem Podest gestanden.

Nach 4 x 6 Kilometern und einer Strafrunde durch Preuß sowie neun Nachladern hatte das Quartett in Antholz 1:29,1 Minuten Rückstand auf die Spitze. Silber holte Schweden vor Norwegen.

Damit haben die deutschen Skijäger vor den abschließenden beiden Massenstartrennen nur Bronze vom Auftakt in der Mixed-Staffel auf dem Konto. In den bisher sechs Einzelrennen gab es keine Medaillen. 

Preuß versagen wieder die Nerven

Für Preuß geht damit ihre überwiegend unglückliche Olympia-Geschichte weiter. Bereits bei ihren drei Spielen zuvor erlebte sie einige Dramen. Dabei hatte man Preuß im Team den Druck nehmen wollen, indem sie erstmals seit langer Zeit nicht mehr auf der Schlussposition eingesetzt wurde. 

"Platz zwei taugt mir ganz gut", hatte sie noch vor dem Rennen gesagt. Liegend ging alles gut, aber im Stehendschießen bekam die 31-Jährige erneut ihre Nerven nicht in den Griff. Bereits beim Bronzegewinn in der Mixed-Staffel zum Olympia-Auftakt hatte Preuß eine Strafrunde geschossen. Da hatte sie Glück gehabt, dass Norwegens Maren Kirkeeide zwei Scheiben stehen ließ.

Youngster Tannheimer liefert ab

Vor den Augen von Trainerlegende Jürgen Klopp, der schon wie tags zuvor bei den Männern vor Ort die Daumen drückte, hatte die erst 20-jährige Tannheimer in ihrem ersten Staffelrennen auf der größten Sportbühne eine ganz starke Leistung. Läuferisch spielte sie ihre Stärke aus und schickte nach nur zwei Nachladern im Stehendschießen Preuß als Zweite nur 5,1 Sekunden hinter Schweden ins Rennen. 

Doch dann zeigte ausgerechnet die Gesamtweltcupsiegerin der Vorsaison im entscheidenden Moment Schwäche. Selbst die drei Nachlader brachte Preuß nicht ins Ziel. So fiel das DSV-Quartett auf Rang elf zurück, der Vorsprung auf die Spitze betrug 47,4 Sekunden. 

Anschließend versuchte Hettich-Walz, in ihrer ersten Olympia-Staffel zwar Boden gutzumachen. Sie ging Risiko, aber brauchte im Stehendanschlag ebenfalls zwei Nachlader und verlor so weitere Sekunden, während die Konkurrenz nicht patzte. 

Fehlerfreie Voigt kann nichts ausrichten 

Hettich-Walz übergab auf Rang fünf mit einem Rückstand von 1:22,3 Minuten auf Voigt. Die Thüringerin, eigentlich etatmäßige Startläuferin, sollte mit ihrer Schießstärke im Optimalfall in den Medaillenkampf eingreifen. Weil aber vorne keine der Konkurrentinnen Nerven zeigte, nutzten auch die beiden schnellen fehlerfreien Einlagen von Voigt nichts mehr. 

Vor vier Jahren in Peking hatte Deutschland die Bronzemedaille gewonnen, Preuß und Voigt waren damals schon dabei. 2002 hatte die Auswahl des Deutschen Skiverbandes in Salt Lake City letztmals Olympia-Gold geholt. Richtig enttäuschende Ergebnisse gab es auch immer wieder: Weit entfernt vom Podest reichte es 2018 nur zu Platz acht, 2014 sogar nur zu Rang zehn.

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