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Chemieindustrie: Nach arabischer Übernahme: Covestro-Chef kündigt Abschied an

Stern 

Covestro ohne Markus Steilemann? Das gab es noch nie - als die Kunststoff-Firma 2015 eigenständig wurde von Bayer, war er schon mit an Bord. Doch in zwei Jahren soll für ihn Schluss sein.

Nach der Übernahme durch ein arabisches Staatsunternehmen kündigt sich beim Spezialchemie-Hersteller Covestro ein Chefwechsel an. Das Unternehmen teilte in Leverkusen mit, dass der Vorstandsvorsitzende Markus Steilemann seinen bis Ende Mai 2028 laufenden Vertrag nicht verlängern werde. Ein Grund wurde nicht genannt. Der Aufsichtsrat werde rechtzeitig einen geordneten Nachfolgeprozess einleiten und Steilemann werde einen reibungslosen Übergang sicherstellen, hieß es weiter.

Der Manager ist seit 2018 an der Spitze des Konzerns, zuvor war er seit 2015 bereits Vorstandsmitglied. Der 55-Jährige ist zudem Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI). Damit ist er der oberste Lobbyist für diese wichtige deutsche Branche.

Der Investitionsarm der staatlichen arabischen Ölfirma Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) hat Covestro Ende vergangenen Jahres geschluckt. Steilemann hatte sich stets positiv über diese Übernahme geäußert und den Vorteil finanzstarker Investoren für die Wettbewerbsfähigkeit der Leverkusener Firma betont, er stellte die Weichen für die Transaktion. Eine Firmensprecherin sagte, es gebe bei der Personalie keinen Bezug zu den neuen Eigentümern.

Chemikalien für Autositze und Matratzen

Covestro hat rund 17.500 Mitarbeiter, davon gut 7000 in Deutschland. Die Firma war früher die Kunststoffsparte von Bayer, 2015 wurde das Unternehmen eigenständig. Es stellt Chemikalien her, die zu Hartschäumen in Kühlschränken und Gefriertruhen sowie zu Weichschäumen in Autositzen und Matratzen genutzt werden. 

Covestro leidet wie andere Chemiekonzerne auch unter der schwachen Konjunktur, der teuren Energie und der durch US-Zölle angespannten Handelssituation. Im dritten Quartal 2025 sackte der Umsatz Firmenangaben zufolge um 12 Prozent auf rund 3,2 Milliarden Euro ab. Unter dem Strich verbuchte das Unternehmen einen Verlust von 47 Millionen Euro.

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