Leuchtendes Spektakel: Wann, wo, wie: Hier finden Sie Polarlichter, und so sehen Sie sie am besten
2026 wird eines der besten Jahre, um auf Jagd nach Polarlichtern zu gehen. Wir verraten, wo Sie sie finden und wie Sie den Anblick des Spektakels am besten genießen können.
„Der Anblick von Polarlicht am Nachthimmel ist etwas, das man niemals im Leben mehr vergessen wird. Etwas Unbegreifliches, Magisches. Bunte Schlieren wabern nach links und flattern nach rechts, rutschen in- und wieder auseinander, werden schwächer, flammen wieder auf. Der Himmel wird thymianfarben, gelb, violett. Als schütte jemand dort oben aus großen Eimern permanent neue Farbe aus, die dann allmählich am Nachthimmel zerfließt, so sieht das aus.“
Mit diesen Worten beschreibt Reisereporter Stefan Nink im stern sein Polarlicht-Erlebnis in Yellowknife, Kanada, „einem der weltbesten Orte“ für das Himmelspektakel. Dort, mitten im weiten Nirgendwo, gehört die Aurora Borealis fast schon zum Alltag, beziehungsweise zur Nacht – in bis zu 240 Nächten pro Winter glimmen die Nordlichter.
Vor allem dieses Jahr gibt die Sonne noch einmal alles dafür. Ihre Stürme sind für die bunten Schleier verantwortlich. Alle elf Jahre wirft sie besonders viel Material aus – prasseln diese Teilchen auf die Erde nieder, werden die Elektronen in der Atmosphäre angeregt und erzeugen das magische Leuchten.
2026 ist das beste Jahr für Polarlichter
Derzeit endet der Sonnenzyklus, und üblicherweise sind die Sonnenwinde dann besonders stark – beste Voraussetzungen für Nordlichter. Und Südlichter natürlich, denn auch auf der anderen Seite der Erdkugel glüht der Himmel. Dort heißt das Phänomen Aurora Australis und ist ebenfalls im dunklen Winter zu bewundern – also in unseren Sommermonaten.
2026 ist deshalb eines der besten Jahre für Auroren-Freunde und solche, die es werden wollen. Wer sehr viel Zeit und noch mehr Geld hat, könnte die nächsten zwölf Monate nonstop im Flugzeug um die Welt fliegen und Polarlichter jagen. Aber niemand muss nach Kanada oder ins australische Tasmanien reisen. Das obere Ende Europas reicht.
In Island sowie im Norden Norwegens, Schwedens und Finnlands lassen sich die Nordlichter ganz prächtig genießen. Auf den folgenden Karten sind die wichtigsten Orte eingezeichnet, an denen sich Polarlichter beobachten lassen.
Für alle, die auf den Geschmack gekommen sind – hier noch die wichtigsten Punkte zum Aufspüren und Beobachten von Nord- (oder Süd-)lichtern:
- Selten treten die Nordlichter so weit im Süden auf wie zuletzt über Deutschland. Generell gilt: Die beste Sicht gibt es zwischen dem 60. und 75. Breitengrad Nord.
Das sogenannte Polarlichtoval erstreckt sich über Nordnorwegen, Island, Nordschweden und Finnisch-Lappland. - Die beste Jahreszeit ist die zwischen September und März. Auf der Südhalbkugel von März bis September. Denn in der dunklen Jahreszeit beziehungsweise in den Abend- und Nachtstunden bis zur Morgendämmerung sind die Lichter am besten zu sehen. Oder überhaupt zu sehen.
- Das heißt auch: Der Himmel muss klar und/oder wolkenlos sein. Auch die Lichtverschmutzung durch Städte trübt den Blick auf die Aurora Borealis.
- Wo genau der beste Standort für eine Sichtung ist, ergibt sich aus dem Kp-Index, der die geomagnetische Aktivität anzeigt. Je höher dieser Wert, desto intensiver sind Polarlichter sichtbar. Dafür gibt es verschiedene Apps wie My Aurora Forecast & Alerts, Hello Aurora, Aurora Alerts und SpaceWeatherLive. Zu finden in den App-Stores von Google und Apple.
- Wenn der beste Ort ausgekundschaftet (am besten einen Hügel wählen) ist, immer dran denken: warm anziehen und Geduld mitbringen. Polarlichter erscheinen nicht auf Kommando.
- Und zuletzt: Nord- und Südlichter lassen sich über Kameras oft besser sehen als mit dem bloßen Auge. Entscheidend beim Fotografieren sind „feste“ Kameras (am besten auf einem Stativ) und lange Belichtungszeiten. Smartphones sollten über einen Nachtmodus verfügen und wie folgt eingestellt werden: ISO-Empfindlichkeit zwischen ISO 800 und ISO 3200. Die Verschlusszeit hängt von der Intensität der Polarlichter ab, am ehesten zwischen fünf und 30 Sekunden; Fokus auf unendlich stellen.