World News in German

Letzte Verteidigungswelle: 15-Jähriger soll rechte Terrorgruppe gegründet und Straftaten gefordert haben

Stern 

Ein damals 15-jähriger Teenager soll die „Letzte Verteidigungswelle“ gegründet haben – und in einer Chatgruppe wiederholt dazu aufgerufen haben, Anschläge zu begehen.

Kurz vor dem Gerichtsprozess gegen Mitglieder der mutmaßlichen rechten Jugendterrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“ (LVW) rückt die Rolle eines damals 15-Jährigen in den Fokus. Nach Informationen, die dem stern vorliegen, soll die Gruppe Anschläge und Pläne deutlich gezielter vorbereitet haben als bisher bekannt. Dies schreibe der Generalbundesanwalt vor allem einem Jugendlichen aus Mecklenburg-Vorpommern zu, den er als einen der Rädelsführer angeklagt hat. 

Laut Ermittlern soll der Teenager nicht nur am 17.April 2024 auf WhatsApp eine Chatgruppe mit dem Namen „LVW-Generalchat“ gegründet, sondern dort auch als Strippenzieher agiert haben, der wiederholt Straftaten einforderte. So habe er nur wenige Tage nach Gründung der Chatgruppe geschrieben, es sei Ziel der LVW, Anschläge zu begehen und Ausländer zu töten. Zudem soll er die LVW in einer Nachricht selbst als „Terroreinheit“ bezeichnet haben. Und mutmaßliche Brandstiftungen wie die im brandenburgischen Altdöbern nicht nur abgesegnet, sondern mehrfach eingefordert haben. 

In der Nacht auf den 23. Oktober 2024 brannte in Altdöbern ein Kulturzentrum aus. Sachschaden: rund eine halbe Million Euro. Nach Ansicht der Ermittler wurden vier Menschen, die nebenan schliefen, nur durch einen Zufall nicht getötet oder verletzt. Der Generalbundesanwalt wertet den Brand laut Anklage als versuchten Mord – und als Teil einer geplanten rechtsextremen Terrorserie. Der Anwalt des Jugendlichen antwortete auf konkrete Fragen des stern zu den Vorwürfen, dass er sich derzeit „noch nicht“ äußern wolle.

„Letzte Verteidigungswelle“ flog durch Investigativ-Recherchen auf

Ab kommender Woche (5. März 2026) stehen acht Jugendliche beziehungsweise junge Männer im Alter zwischen 15 und 22 Jahren vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen die Mitgliedschaft oder Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vor. Zudem einigen versuchten Mord, Verabredung zum Mord und einiges mehr. Die Gruppe soll versucht haben, durch Gewalt gegen Ausländer und politische Gegner den Zusammenbruch der Demokratie herbeizuführen. 

Im vergangenen Jahr hatte ein Reporterteam von stern und RTL Anschläge und Anschlagspläne der „Letzten Verteidigungswelle“ aufgedeckt. Kurz darauf zog der Generalbundesanwalt die Ermittlungen an sich.

Читайте на сайте