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Die Puppenmacherin Käthe Kruse: Ihre Triebfeder war die Liebe

Stern 

Sie war siebenfache Mutter, Schauspielerin – und schuf über Nacht die berühmtesten Puppen der Welt. Ihre Triebfeder war "die Liebe", sagt die betagte Käthe Kruse im Film.

Heute werden die Puppen der Käthe Kruse nicht selten zu Preisen über 1.000 Euro verkauft. Zu ihren Puppen kam sie wie die Jungfrau zum Kind. Als sie mit ihrem in wilder Ehe Max Kruse das zweite Kind bekam und das erste unbedingt eine Puppe wollte, mit dem sie so zärtlich spielen konnte wie die Mutter mit dem Baby, begab sich Käthe auf die Suche nach der kindgetreuen Form. "Puppen zum Liebhaben" wollte die 1883 in Oberschlesien geborene Käthe kreieren, Triebfeder ihres Schaffens sollte "das Herz", "die Liebe" sein, wie sie in der Dokumentation von Maria Anna Tappeiner (BR 2025, Erstausstrahlung) als alte Dame mit Schneckerlfrisur und Hornbrille erzählt.

Warm, weich und anschmiegsam sollten ihre Puppen sein, "Kinder für das Kind". Sie studierte die eigenen Babys genau und traf schließlich mit dem von ihr entdecktenPuttokopf eines flämischen Bildhauers den Geschmack der Zeit. Käthe-Kruse-Puppen aus Bad Kösen wurden zum Nonplusultra auf der ganzen Welt. Mit ihrer kleinen Manufaktur versorgte sie dieselbe über Jahrzehnte hinweg mit sicherem Instinkt – auch, leider, durch die Zeit des Nationalsozialismus, in der manche Puppen NS-Uniformen trugen. – Nach dem Spielfilm von 2015 (Franziska Buch) wird hier erneut – teils mit Urenkelin und Enkel – das Porträt einer Frau geboten, die zwischen mutiger Emanzipation und geschmackvoll schöpferischer Anpassung stand.

Die Puppenmacherin Käthe Kruse – Do. 12.03. – ARTE: 20.15 Uhr

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