Ungarn-Wahl: Ergebnisse sehen Magyar und Tisza klar vor Orbán
Herausforderer Péter Magyar hat die Wahl in Ungarn gewonnen. Ministerpräsident Viktor Orbán räumte seine Niederlage ein. Die Tisza-Partei von Péter Magyar hat die Parlamentswahl in Ungarn gewonnen. Die Partei lag nach 98,42 Prozent der Stimmauszählung bei der ungarischen Parlamentswahl deutlich vorn. Demnach kommt sie auf 138 der 199 Sitze im Parlament. Das reicht für eine wichtige Zweidrittelmehrheit, für die 133 Sitze nötig wären. Magyar erklärte nach seinem Wahlsieg: "Wir haben Ungarn befreit." Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán gestand seine Niederlage ein. "Was auch immer kommt, wir werden auch in der Opposition der Heimat dienen", sagte er vor Anhängern in Budapest. "Die Aufgabe ist klar: Nachdem die Last der Regierungsarbeit nicht mehr auf unseren Schultern liegt, müssen wir unsere eigene Gemeinschaft stärken", fügte er mit Blick auf seine Anhängerschaft hinzu. Reaktionen nach Orbán-Niederlage: Merz äußert sich zu Magyars Wahlsieg Newsblog zur Parlamentswahl in Ungarn: Verfolgen Sie hier alle Entwicklungen der Wahl Zweidrittelmehrheit gibt Macht für Reformen Mit der parlamentarischen Zweidrittelmehrheit kann Magyar Reformen durchführen, die Verfassungsänderungen erfordern, sowie Amtsträger austauschen, die Orbán eingesetzt hat. Ohne diese Möglichkeit könnte etwa das Verfassungsgericht Reformvorhaben der künftigen Tisza-Regierung blockieren. Wie Magyar in Budapest erklärte, habe ihm Orbán telefonisch zum Wahlsieg gratuliert. Die Wahl galt als wichtigste Wählerentscheidung seit der demokratischen Wende 1989/90. Orbán hat in seiner Regierungszeit seit 2010 einen halb-autoritären Staat errichtet, sein Land auf einen Konfrontationskurs zur EU gesteuert und sich mit Russland und der US-Regierung von Präsident Donald Trump verbündet.