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Verpasste das Kriegsende um 27 Jahre: Soldat Yokoi Shoichi

In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand:
  • warum ein japanischer Popsong Yokoi Shoichi an eine Falle glauben lässt,
  • was es mit dem Verhaltenskodex der japanischen Armee auf sich hat,
  • von einem 27 Jahre anhaltenden Überlebenskampf im Dschungel,
  • von Yokois langsamem Weg zurück in die Zivilisation - voller Angst und ohne Schlaf.

Es ist 1972, als Yokoi Shoichi in seine Heimat zurückkehrt. Japan ist kein militaristisches Kaiserreich mehr, sondern eine Demokratie. Die verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs sind weitestgehend überwunden, die Wirtschaft wächst. Japan ist ein Land der günstigen Autos und modernen Fernseher. Yokoi Shoichi ist all das fremd. Denn der Soldat hat für Jahrzehnte einen Krieg gekämpft, den es schon lange nicht mehr gab: allein im Dschungel, auf der Pazifikinsel Guam. Hier hatte ihn das japanische Militär 28 Jahre zuvor stationiert.

Japan feiert ihn bei seiner Rückkehr als Helden. Doch er selbst schämt sich, weil er überlebt hat. Yokoi besucht die Gräber seiner Eltern und sein eigenes. Auf dem verwitterten Grabstein steht: Gestorben 1944, Guam. Am 9. Mai 1991 erhält Yokoi eine Audienz bei Kaiser Akihito - für ihn die größte Ehrung seines Lebens. Yokoi stirbt im Alter von 82 Jahren an einem Herzinfarkt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Omi Hatashin (Neffe von Yokoi, forscht unter anderem zur Militärgeschichte Japans)
  • Omi und Yokoi Hatashin: Private Yokoi’s War and Life on Guam, 1944–1972. Kent 2009
  • Beatrice Trefalt: Japanese Army Stragglers and Memories of the War in Japan, 1950–75. London/New York 2013

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Kolja Sand
Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
Technik: Jürgen Mönkediek und Moritz Raestrup ]]>

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