Österreich fängt US-Aufklärungsflieger vom Typ PC-12 ab
Österreich lässt wegen einer Verletzung seines Luftraums Kampfjets aufsteigen. Dann zeigt sich: Es geht um US-Aufklärungsflieger. Österreichs Luftwaffe hat in den vergangenen Tagen zwei US-Militärmaschinen im eigenen Luftraum abgefangen. Das machte das Verteidigungsministerium in Wien jetzt öffentlich. Demnach seien an zwei Tagen Eurofighter der österreichischen Luftwaffe aufgestiegen, um Flieger vom Typ PC-12 der US-Air-Force abzufangen. "Auslösung Priorität A und Einsatz von zwei Eurofighter auf Grund Überflug von zwei PC12 der US Air Force um 12:31 Uhr zum Zweck der Identifizierung", schrieb Ministeriumssprecher Michael Bauer am Dienstag auf der Plattform X. Sanktionen: Landen Swarovski-Fernrohre in Russland? Spionage in Wien: "Wir sind zu Putin-freundlich" Die PC-12 vom Schweizer Hersteller Pilatus ist eine Turboprop-Maschine. Auch die Bundeswehr nutzt den Flieger seit dem vergangenen Jahr. Es zeichnet sich nach Angaben des Fachmagazins "Flugrevue" durch seine Wandlungsfähigkeit aus und kann für den Transport von Stückgut, aber auch als Fotoplattform für militärische Aufklärungsflüge genutzt werden. Österreich gehört nicht zur Nato Der Hintergrund der US-Flüge über den Alpen blieb unklar. Nach österreichischen Angaben drehten die Maschinen jeweils in Richtung Deutschland ab. Österreich gehört der EU an, nicht aber der Nato an. Nach mehreren Beteiligungen der rechtsextremen FPÖ an der Regierung in Wien wird das Land von westlichen Diensten skeptisch betrachtet. Die "Süddeutsche Zeitung" schrieb am Dienstag mit Blick auf ein laufendes Verfahren gegen einen Wiener Geheimdienstmitarbeiter: "Österreich ist ein neutrales Land und schon durch seine Verfassung verpflichtet, sich aus Konflikten herauszuhalten. Zu Russland pflegte man beste Kontakte, Wladimir Putin war ein gern gesehener Gast, die damalige Außenministerin Karin Kneissl lud ihn 2018 sogar zu ihrer Hochzeit ein und ging nach einem gemeinsamen Walzer vor ihm auf die Knie." Ferner stellte die Zeitung zur Zurückhaltung westlicher Dienste gegenüber Wien mit Blick auf eine Durchsuchung beim Inlandsgeheimdienst in der Zeit von FPÖ-Innenminister Herbert Kickl fest: "Mit einem Amt, das offenbar jederzeit durchsucht werden kann, wollten andere Nachrichtendienste keine Informationen mehr austauschen."