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VW ID. Polo GTI: Elektrischer Kleinwagen bekommt 226 PS und Spezial-Modus

Schottenkaro, rote Zierleisten und ein spezieller Sportmodus: VW versucht beim ID. Polo GTI, das bekannte GTI-Gefühl in die Elektroära zu übertragen. 50 Jahre nach dem ersten GTI (nämlich dem Golf I) wagt Volkswagen den wohl größten Bruch in der Geschichte des Kürzels: Erstmals gibt es mit dem ID. Polo GTI eine elektrische Version des bei Fans beliebten Sportmodells. Und VW bemüht sich sichtbar, möglichst viel vom klassischen GTI-Gefühl zu konservieren. Bislang trugen die sportlichen Elektroautos der Marke das Kürzel GTX. Der neue ID. Polo GTI markiert nun die Rückkehr des bekannten Labels – wohl auch, weil klassische GTIs mit Verbrennungsmotor in einigen Jahren nicht mehr gebaut werden dürften. Entsprechend groß scheint bei VW der Aufwand zu sein, dem Kleinwagen möglichst viel GTI-DNA mitzugeben und die Begeisterung für Elektro-Sport zu wecken. Vor allem hinsichtlich des Sounds ist dies eine Herausforderung. Typische Optik innen wie außen Daher beginnt das GTI-Gefühl schon beim Design: An der Front des knapp 4,10 Meter langen Kleinwagens zieht sich die typische rote Linie über die gesamte Fahrzeugbreite, dazu kommen ein beleuchtetes Logo, ein Wabengrill und ein Frontsplitter im Motorsport-Look. Auch am Heck setzt VW auf bekannte GTI-Zutaten – etwa mit einem geteilten Dachkantenspoiler, eigenständigem Stoßfänger und ebenfalls beleuchtetem VW-Logo. Im Innenraum setzt sich dieser sportliche Ansatz fort. Rote Ziernähte, eine rote 12-Uhr-Markierung im Lenkrad und Sitzbezüge im Stil des klassischen Schottenkaros sollen die Verbindung zu früheren GTI-Modellen herstellen. Die Sportsitze wirken deutlich eigenständiger als im normalen ID. Polo, dazu zieht sich ein roter Streifen über das Armaturenbrett, das zudem mit einem Velours-Imitat bezogen ist. Und wie schon im herkömmlichen ID. Polo lassen sich die Anzeigen als Hommage an den ersten Golf im Retro-Stil einstellen. Praktisch bleibt der elektrische GTI trotz all der Sportlichkeit. Der Kofferraum fasst 441 Liter und fällt damit sogar größer aus als sein indirekter Vorgänger mit Verbrennungsmotor. Auch beim Platzangebot im Innenraum ist der ID. Polo seinem Verbrenner-Bruder überlegen – was vor allem mit dem gestreckten Radstand zu tun hat. Auf Knopfdruck wird der Elektro-GTI wild Auch im Alltag soll sich der Sport-Elektro-Polo angenehm und komfortabel fahren lassen, verspricht VW – bis man den speziellen GTI-Modus per Knopfdruck am Lenkrad aktiviert. Dann wechseln Ambientebeleuchtung und Anzeigen auf Rot, das Cockpit zeigt spezielle Grafiken und der Wagen schaltet Fahrwerk, Lenkung und Leistungsentfaltung auf maximale Dynamik um. Sogar ein künstlicher Motorsound gehört dazu. Ob das später eher authentisch oder eher aufgesetzt wirkt, wird allerdings erst die Praxis zeigen. Spannend ist, dass VW nicht nur optisch auf GTI macht, sondern auch technisch auffällig viel Aufwand betreibt. Der ID. Polo GTI bekommt serienmäßig ein adaptives DCC-Fahrwerk sowie eine elektronisch geregelte Vorderachsquersperre – Technik, die man bislang eher aus größeren GTI-Modellen kennt. Gerade die Vorderachsquersperre dürfte wichtig sein, damit die 290 Newtonmeter Drehmoment beim Herausbeschleunigen aus Kurven nicht einfach nur die Vorderräder überfordern. 226 PS und in 6,8 Sekunden von 0 auf 100 Angetrieben wird der Elektro-GTI von einem 226 PS starken Frontmotor. Den Sprint auf 100 km/h soll der Wagen in 6,8 Sekunden schaffen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h. Damit bewegt sich der ID. Polo GTI ungefähr auf dem Niveau aktueller kompakter Sportmodelle – auch wenn das unmittelbare Ansprechverhalten des Elektromotors das Fahrerlebnis vermutlich deutlich verändern dürfte. Zum Vergleich: Ein aktueller Golf 8 GTI leistet 265 PS und sprintet in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Übertroffen wird der Elektro-GTI allerdings von seinem Konkurrenten, dem Opel Corsa GTE: Er bringt noch einmal 65 PS mehr Leistung mit . Für den Strom sorgt beim ID. Polo GTI eine 52-kWh-Batterie. Volkswagen verspricht bis zu 424 Kilometer Reichweite nach WLTP sowie Ladezeiten von rund 24 Minuten von zehn auf 80 Prozent an Schnellladesäulen mit bis zu 105 kW Ladeleistung. Im Alltag dürften diese Werte allerdings stark vom Fahrstil abhängen. Wer den GTI-Modus häufiger aktiviert und entsprechend fährt, wird die offizielle Reichweite wohl kaum erreichen. Laut "Auto Bild" liegt der Verbrauch dann bei mehr als 20 kWh statt den für den Durchschnitt angegebenen 12 kWh. Bleibt noch der Preis: Schon herkömmlicher ID. Polo in der gehobenen Ausstattung und mit großem Akku kostet fast 37.000 Euro. Gut möglich also, dass der GTI die 40.000-Euro-Marke locker sprengt. Ein Golf GTI ab 46.250 Euro. Fazit Ob sich der ID. Polo GTI am Ende tatsächlich wie ein echter GTI anfühlt, lässt sich bislang noch nicht beantworten. Klar ist aber schon jetzt: VW versucht sichtbar, die eigene Sportgeschichte nicht einfach durch ein schnelles Elektroauto zu ersetzen – sondern möglichst viele bekannte GTI-Eigenschaften in die elektrische Zukunft zu übertragen. Der vermutliche Preis ist für einen sportlichen Kleinwagen jedoch eine Ansage – vor rund 10 Jahren kostete ein Polo GTI nur rund 23.000 Euro.

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