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Volvo-Boss Håkan Samuelsson macht SUV-Gegnern Hoffnung mit Kombis

Haben Kombis doch eine Zukunft? Zumindest trifft der Volvo-Boss eine Aussage, die bei SUV-Kritikern Hoffnung auf bekannte Formen wecken dürfte. Volvo könnte sich von seiner fast vollständigen Fokussierung auf SUVs wieder etwas lösen. Konzernchef Håkan Samuelsson stellte bei der Präsentation des Elektro-SUV EX60 in Aussicht, dass Volvo langfristig nicht ausschließlich hoch bauende Modelle anbieten werde. Für Fans klassischer Kombis dürfte das wie ein kleines Signal wirken. Denn zuletzt schien bei den Schweden alles auf SUV hinauszulaufen. Modelle wie XC40, XC60, XC90 oder die elektrischen EX30, EX40 und EX90 prägen inzwischen das Bild der Marke. Besonders erfolgreich ist dabei der XC60: Er gilt inzwischen als meistverkaufter Volvo überhaupt. Lange Tradition mit Kombis Dabei war Volvo über Jahrzehnte für etwas anderes bekannt: kantige Kombis mit viel Platz. Modelle wie 240, 740, V70 oder später V90 prägten das Image der Marke weit über Europa hinaus. Erst mit dem XC90 begann in den 2000er-Jahren der große SUV-Erfolg. Umso konsequenter wirkte deshalb der Kurs von Samuelssons Vorgänger Jim Rowan. Der hatte 2025 laut "Motor1" erklärt, dass Kombis bei Volvo langfristig keine Zukunft mehr haben könnten. Der V90 wurde inzwischen in mehreren Märkten eingestellt, auch die Zukunft des V60 gilt als offen. Samuelsson klingt nun anders. "Ich glaube nicht, dass wir in zehn Jahren bei Volvo nur noch SUVs haben werden", sagte er "Motor1". Konkrete neue Modelle kündigte er zwar nicht an. Seine Aussagen deuten aber darauf hin, dass Volvo wieder stärker über niedrigere Fahrzeugkonzepte nachdenkt. SUVs als "Eltern-Autos" Als einen Grund nennt der CEO die Aerodynamik. Gerade bei Elektroautos spiele der Luftwiderstand eine wichtige Rolle für Effizienz und Reichweite. Niedrigere Fahrzeuge hätten Vorteile, weil ihre Stirnfläche kleiner sei. Auch das Fahrverhalten profitiert davon: Ein tieferer Schwerpunkt verbessert in der Regel die Straßenlage. Samuelsson sieht daneben aber auch einen möglichen Wandel bei den Käufern. Laut "Auto Motor und Sport" sagte er, dass jüngere Käufer SUVs vor allem mit der Elterngeneration verbinden. Daraus könnte nach Einschätzung des Volvo-Chefs ein Generationswechsel entstehen – zurück zu niedrigeren Autos. Vor allem in Europa gelten Kombis weiterhin als beliebt, etwa als Familienauto oder für lange Strecken. Gleichzeitig verzichten sie meist auf die Höhe und das Gewicht vieler SUVs. Keine konkreten Ankündigungen – aber ein neues US-SUV Welche Modelle daraus entstehen könnten, bleibt offen. Beobachter halten allerdings eine Kombiversion des elektrischen ES90 zumindest für denkbar. Die Limousine wirkt bereits vergleichsweise flach und stark auf Aerodynamik ausgelegt. Ganz verabschieden wird sich Volvo vom SUV-Geschäft allerdings nicht. Parallel prüft der Hersteller laut "Auto Motor und Sport" offenbar sogar ein noch größeres SUV oberhalb von XC90 und EX90 – vor allem für den US-Markt. Die Aussagen des Konzernchefs deuten deshalb weniger auf eine Abkehr vom SUV hin als auf eine breitere Aufstellung der Marke.

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