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Opel wird im Stellantis-Konzern zur Regionalmarke – das bedeutet es

Autokonzern Stellantis setzt künftig auf gemeinsame Plattformen und zentrale Entwicklung. Für Tochter Opel könnte das günstigere Autos bringen – aber nicht nur Gutes. Der Autokonzern Stellantis baut seine Marken und seine Technik grundlegend um. Mit der neuen Strategie "Fastlane 2030" will der Konzern in den kommenden fünf Jahren rund 60 Milliarden Euro investieren, Kosten senken und seine Entwicklung stärker zentralisieren. Besonders für Opel markiert das einen Kurswechsel: Die Marke aus Rüsselsheim gehört künftig nicht mehr zu den global priorisierten Konzernmarken, sondern wird nur noch als Regionalmarke geführt. Vor einigen Jahren hatte man noch große Pläne und wollte mit Opel unter anderem in China durchstarten – was man aber 2022 aufgrund der globalen Spannungen verwarf. Neue Plattform im Mittelpunkt Im Mittelpunkt der Neuaufstellung steht die neue Fahrzeugplattform "STLA One". Sie soll ab 2027 mehrere bisher getrennte Architekturen ersetzen und künftig Modelle verschiedener Marken auf derselben technischen Basis zusammenführen. Nach Angaben von Stellantis ist die Plattform für Elektroautos, Hybride und klassische Verbrenner ausgelegt. Zudem sollen sich Achsen, Batterien, Softwaremodule und Elektronik konzernweit nutzen lassen. Bis zu 70 Prozent der Komponenten könnten künftig identisch sein. Damit verstärkt Stellantis den Ansatz, den mittlerweile fast alle großen Hersteller forcieren: weniger eigene Technik pro Marke, dafür mehr Gleichteile und zentrale Entwicklung. Hintergrund sind die hohen Kosten der Elektromobilität, immer kürzere Entwicklungszeiten und der wachsende Druck chinesischer Hersteller. Vor allem bei Software, Digitalisierung und Batterietechnik gelten viele chinesische Unternehmen inzwischen als schneller und günstiger. Künftige Generationen von Corsa, Astra, Mokka oder Grandland könnten auf Basis derselben Architektur entstehen wie Modelle anderer Konzernmarken – was in Teilen bereits der Fall ist. Unter anderem ist der Corsa eng verwandt mit dem Peugeot 208, der Frontera mit dem Citroën C3 Aircross, der Astra mit dem Peugeot 308. Technisch könnten sich die Fahrzeuge im Konzern dann aber noch stärker ähneln als bisher. Unterschiede lägen dann vor allem beim Design, der Fahrwerksabstimmung oder im Innenraum. Diese vier Marken sollen voranschreiten Gleichzeitig verändert Stellantis auch die Hierarchie seiner Marken. Künftig sollen Jeep, die US-Marke Ram, Peugeot und Fiat die vier globalen Kernmarken des Konzerns bilden. Sie erhalten den Schwerpunkt bei Investitionen und neuen Modellen. Opel, Citroën, Alfa Romeo , Chrysler und Dodge gelten dagegen nur noch als Marken mit regionalem Fokus. Der Konzern selbst begründet die Strategie mit "langfristigem, profitablem Wachstum". Tatsächlich steckt dahinter vor allem der Versuch, Entwicklung und Produktion effizienter zu organisieren. Stellantis will seine Kosten bis 2028 nach eigenen Angaben um sechs Milliarden Euro senken. Gleichzeitig soll der Umsatz bis 2030 auf 190 Milliarden Euro steigen. Das bedeutet der Schritt für Opel-Käufer Für Kunden könnte eine stärkere Vereinheitlichung auch Vorteile bringen: Gemeinsame Plattformen und höhere Stückzahlen senken in der Regel die Produktionskosten. Gerade bei Elektroautos könnten dadurch günstigere Modelle entstehen. Gleichzeitig wächst aber die Gefahr, dass sich die Marken technisch immer stärker angleichen und ihre Besonderheiten verlieren. Wie diese Strategie künftig aussehen soll, zeigt sich bereits an der Kooperation zwischen Opel und dem chinesischen Hersteller Leapmotor. Gemeinsam entwickeln beide Unternehmen ein neues Elektro-SUV für die Kompaktklasse , das ab 2028 in Spanien gebaut werden soll. Während Leapmotor zentrale Teile der Elektroplattform, Batterie- und Softwaretechnik liefert, übernimmt Opel unter anderem Design, Fahrwerk und die Anpassung an europäische Kundenwünsche. Die Zusammenarbeit gilt im Konzern als Blaupause für weitere Projekte. Stellantis hält bereits 21 Prozent an Leapmotor und baut die Partnerschaft zunehmend aus. Auch die Werke in Saragossa und Madrid sollen künftig stärker für Modelle der chinesischen Marke genutzt werden. Günstige E-Autos auf Basis neuer EU-Regeln Parallel setzt Stellantis auch bei günstigen Elektroautos auf neue Kooperationen. Erst vor wenigen Tagen kündigte der Konzern ein kleines Elektroauto für Europa an, das ab 2028 in Italien gebaut werden soll. Die Marke Citroën wird daraus eine Neuauflage der legendären Ente machen. Das Modell soll die geplanten EU-Vorgaben für besonders günstige Elektro-Kleinwagen erfüllen und rund 15.000 Euro kosten. Entwickelt werden soll das Fahrzeug gemeinsam mit externen Partnern. Ob erneut Leapmotor beteiligt ist, ließ Stellantis offen. Opels Rolle schrumpft zusammen Für Opel kommt die neue Strategie in einer Phase, in der die Entwicklungsstrukturen in Deutschland ohnehin schrumpfen. Nach Informationen des Fachmagazins "Autohaus" sollen am Standort Rüsselsheim künftig nur noch rund 1.000 Ingenieure arbeiten. Bei der Übernahme durch PSA im Jahr 2017 waren es demnach noch rund 7.000 Entwickler. Ganz neu ist die Rolle als Regionalmarke für Opel allerdings nicht. Bereits 2012 hatte der damalige Mutterkonzern General Motors erklärt, Opel solle sich vor allem auf Europa konzentrieren. Schon damals galt die begrenzte globale Rolle der Marke als wirtschaftliches Problem. Heute sind die Vorzeichen allerdings anders: Statt weltweiter Expansion stehen Plattformen, Software und die Zusammenarbeit mit chinesischen Herstellern im Mittelpunkt.

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