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Bahn unpünktlich: Stahlwerke müssen Produktion drosseln

Weil Güterzüge nicht mehr durchkommen, drosseln deutsche Stahlkonzerne ihre Hochöfen. Die Industrie warnt vor weit größeren Folgen. Mehrere Stahlwerke in Deutschland klagen über die Deutsche Bahn und deren Verspätungen bei Güterzügen. Weil es in Norddeutschland mehrere Baustellen an Bahnstrecken gibt, kommt es zu Verzögerungen im Bahnverkehr. Diese haben schwerwiegende Folgen. Ein Sprecher des Stahlkonzerns Salzgitter AG in Niedersachsen sagte der "Süddeutschen Zeitung", wegen der Störungen bei Güterzügen "haben wir unsere Hochofenproduktion bereits drosseln müssen". Das Unternehmen bekommt Eisenerz, Kohle und Schrott per Güterzug geliefert. "Sollte sich die Situation nicht kurzfristig verbessern, sehen wir uns gezwungen, weitere Produktionsdrosselungen vorzunehmen", sagte der Sprecher der Zeitung. Die Verzögerungen verursachen dem Konzern zufolge bereits massive Kosten und seien auch volkswirtschaftlich spürbar. Situation verbessert: Thyssenkrupp will Stahlsparte doch behalten Sparverträge: Sparkasse kassiert Niederlage vor Gericht Auch der Stahlkonzern Arcelor-Mittal ist von den Verspätungen bei der Bahn betroffen. Er hat Werke in Hamburg , Bremen und Eisenhüttenstadt . In Brandenburg sei es bereits zu "ersten Produktionskürzungen" gekommen, weil nicht genügend Eisenerz angeliefert wurde, sagte ein Sprecher der "SZ". Er sprach von einem "Baustellenchaos" bei der Deutschen Bahn. Das Unternehmen räume den Güterzügen nicht genügend Priorität ein, hieß es weiter. Der Staatskonzern habe die Lage "nicht ausreichend unter Kontrolle" und keinen erkennbaren Plan, um eine stabile Versorgung schnell wieder sicherzustellen. Gütertransporte werden auf die Straße verlegt Bereits im Februar hatte es Warnungen aus der Wirtschaft gegeben. Peter Westenberger, Geschäftsführer des Branchenverbands Güterbahnen, kritisierte die Sanierungen im Bahnnetz. "Die DB InfraGO baut zu häufig auf Kosten derer, die eigentlich profitieren sollen", sagte er dem "Merkur". "Anders als bei Personenzügen kann man im Güterverkehr keinen Schienenersatzverkehr einrichten". Für Transporte, die früher fünf Stunden dauerten, müssten jetzt bis zu acht Stunden eingeplant werden. Wenn die Bahn nicht mehr attraktiv sei, würde der Transport auf die Straße verlegt, warnte Westenberger. "Das ist das Gegenteil von dem, was politisch gewollt ist", betont er. Die Bahn saniert derzeit die Strecke zwischen Hamburg und Berlin sowie zwischen Hamburg und Schwerin . Zwischen Köln und Hagen gab es in diesem Jahr für fünf Monate eine Sperrung. Zwischen Hamburg und Hannover werden neue Stellwerke eingebaut. Ein Teil der Arbeiten soll bis Juli beendet sein. Aber weitere Projekte stehen noch aus. So soll es von Oktober bis Dezember an der Strecke Lehrte-Hannover-Berlin vorbereitende Arbeiten für eine Generalsanierung geben, zwischen Lübeck und Kiel sind Gleiserneuerungen geplant.

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