Marius Borg Høiby: So lebt er im Hochsicherheitsgefängnis Ila
Seit dem 12. Juni ist Marius Borg Høiby im Ila-Gefängnis westlich von Oslo. In dieser Hochsicherheitsanstalt saßen bereits Terroristen, Mörder und Spione ihre Strafen ab. Das Ila-Gefängnis in der Nähe von Oslo gehört zu den am stärksten gesicherten Haftanstalten Norwegens. Seit dem 12. Juni sitzt dort auch Marius Borg Høiby in Untersuchungshaft. Ob er dort bleiben wird, ist bisher nicht bekannt. Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit ist am Montag für eine Reihe von Straftaten zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Zudem wurde ihm eine einstweilige Verfügung auferlegt. Nachdem Høiby den Großteil der Untersuchungshaft in der Haftanstalt Oslo Fengsel verbracht hatte, wurde er nun in eine andere Anstalt gebracht. Die Einrichtung Ila verfügt über wenige Haftplätze, hohe Sicherheitsstandards und war lange Zeit vor allem auf Straftäter ausgerichtet, die schwere Gewalt- oder Terrorverbrechen begangen hatten. Von Breivik bis Vikernes: Diese bekannten Straftäter saßen in Ila International bekannt wurde das Gefängnis vor allem durch Anders Behring Breivik. Der Rechtsterrorist verbüßte dort über Jahre seine Strafe. Breivik hatte am 22. Juli 2011 bei den Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya insgesamt 77 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt. Seit 2023 ist er im Gefängnis bei Ringerike untergebracht. Zu den früheren Insassen gehörte auch Varg Vikernes. Der Norweger wurde wegen Mordes verurteilt und erregte darüber hinaus durch mehrere Kirchenbrandstiftungen Aufsehen. Ebenfalls in Ila inhaftiert war der Rechtsextremist Philip Manshaus. Er wurde nach einem Anschlag auf eine Moschee im Jahr 2019 verurteilt. Auch Arne Treholt, ein früherer Diplomat, der wegen Spionage für die Sowjetunion verurteilt worden war, saß zeitweise in der Haftanstalt. Eine der strengsten Haftanstalten Norwegens Das Gefängnis liegt in Bærum westlich von Oslo und verfügt über 124 Haftplätze. Mehr als die Hälfte der Insassen befindet sich in Sicherheitsverwahrung. Kurzzeitstrafen oder Untersuchungshäftlinge gehören dort bisher eher zur Ausnahme. Für die Gefangenen gelten strenge Regeln. Elektronische Geräte dürfen beispielsweise keine WLAN- oder Bluetooth-Funktion besitzen. Bargeld ist nicht erlaubt. Stattdessen erhalten die Gefangenen eine Zahlkarte, auf die Geld eingezahlt werden kann. Da sich Høiby weiterhin in Untersuchungshaft befindet, gelten für ihn nicht zwangsläufig alle Vorschriften, die für verurteilte Straftäter vorgesehen sind. So leben die Gefangenen Die Insassen wohnen überwiegend in Einzelzellen mit eigener Sanitärausstattung. Diese sind rund zehn Quadratmeter groß. Beim Einzug erhalten die Gefangenen eine Grundausstattung mit Kleidung, einem Handtuch und Hygieneartikeln. Es gibt auch eine ausführliche Liste der Gegenstände, die nicht ins Gefängnis geschickt werden dürfen. Hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Artikel: Elektronische Geräte mit WLAN- oder Bluetooth-Zugang Gebrannte CDs/DVDs Lebensmittel Nahrungsergänzungsmittel Medikamente Hygieneartikel Tabak Kontaktlinsen und Kontaktlinsenflüssigkeit (diese müssen direkt beim Optiker bezogen werden) MP3-Player Speicherkarten Spielkonsolen Wertgegenstände über 7.500 NOK (umgerechnet ca. 685 Euro) Pflanzen/Blumen Gesetzlich verbotene Gegenstände Rubbellose/Wettscheine Besuche sind möglich, werden jedoch streng kontrolliert. Wenn Besucher über Herzschrittmacher oder andere Implantate verfügen, müssen sie dafür eine schriftliche Bescheinigung vorlegen. Auch Videoanrufe sind möglich. Das könnte für Marius Borg Høiby wichtig sein, weil seine Mutter, Prinzessin Mette-Marit, schwer krank ist. Je nach ihrem Gesundheitszustand könnte ein Besuch im Gefängnis für sie zu anstrengend sein. Hintergrund ist die Lungenfibrose, an der sie leidet. Die Erkrankung schränkt ihre Atemfähigkeit zunehmend ein. In den vergangenen Wochen war sie wiederholt mit einer Sauerstoffbrille und einem mobilen Atemgerät in der Öffentlichkeit zu sehen. Seit Anfang Juni steht sie auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Ob Høiby langfristig im Ila-Gefängnis untergebracht bleibt, ist derzeit noch unklar. Die Entscheidung hängt vom weiteren Verlauf des Verfahrens sowie von künftigen Beschlüssen der Justizbehörden ab.