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Rente mit 63: DGB-Chefin Fahimi spricht von großem Fehler

Yasmin Fahimi kritisiert die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente für langjährig Versicherte scharf – und sieht darin ein falsches Signal an eine ganze Generation. Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi, kritisiert die geplante Abschaffung der sogenannten "Rente mit 63" scharf. "Diese Personengruppe hat im Durchschnitt zehn Jahre länger eingezahlt und darf dann eben zwei Jahre früher in Rente", sagte Fahimi im Interview mit t-online. "Das ist für mich eine Frage der Fairness." Die "Rente mit 63" war 2014 von der damaligen Merkel-Regierung auf Druck der SPD und auch der Gewerkschaften eingeführt worden. Menschen, die 45 Jahre und mehr in die Rentenkasse eingezahlt haben, dürfen so vor ihrem eigentlichen Renteneintrittsalter abschlagsfrei in den Ruhestand gehen. Eine Rente mit 63 Jahren ist es allerdings schon länger nicht mehr, diese galt nur für die ersten Jahrgänge: Wer die abschlagsfreie Rente nutzt, hört in der Regel zwei Jahre vor dem eigentlichen Renteneintritt auf zu arbeiten – also aktuell mit 64,5 Jahren. D GB-Chefin Fahimi im Interview: "Das ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten" Die aktuellen Pläne der Rentenkommission sehen vor, diese Möglichkeit abzuschaffen. "Auch Sozialexperten sagen, dass die 'Rente mit 63' gescheitert ist, weil eben nicht die körperlich hart belasteten Menschen davon profitiert haben", sagte CDU-Politiker und Kommissionsmitglied Pascal Reddig dazu vergangene Woche. "Ich halte das für einen großen Fehler" Fahimi hält dagegen. "Ich halte das für einen großen Fehler der Rentenkommission, dass die Beitragsjahre überhaupt keine Rolle mehr spielen sollen", sagte sie und fragte: "Was soll zukünftig der Anreiz für junge Menschen sein, eine Ausbildung zu beginnen, anstatt erst mal eine Weile zu studieren und nebenbei zu jobben?" Die DGB-Chefin berichtet, dass die Gewerkschaften dazu reihenweise Zuschriften erhielten. "Ich empfinde das als zutiefst ungerecht, und unsere Mitglieder übrigens auch." Fahimi zweifelt zudem an der Finanzierbarkeit der Rentenpläne der Bundesregierung . "Man kann durchaus Zweifel haben, dass die 48 Prozent Rentenniveau tatsächlich für alle gehalten werden", sagte Fahimi. "Ich halte es für absolut unrealistisch zu glauben, man könnte eine gute Rente für alle sicherstellen, ohne die Verteilungsfrage offen zu stellen. Wer bezahlt die Demografiekosten?", fragte sie. "Darüber müssen wir noch mal tiefer ins Gespräch kommen." Fahimi: Daran krankt der Vorschlag der Rentenkommission Die DGB-Chefin kritisierte in dem Zusammenhang auch die geplante kapitalgedeckte Zusatzrente. "Ich verstehe nicht, warum man nicht auf bewährte Modelle der kapitalmarktgedeckten Altersvorsorge setzt, wie eben die Betriebsrenten." Das hätte auch den großen Vorteil, dass nicht über Jahre erst ein Kapitalstock aufgebaut werden müsse. "Der Vorschlag der Rentenkommission krankt daran, dass es fünfzehn, zwanzig Jahre dauern wird, bis jemand wirklich etwas von der Kapitalrente hat." Mit Blick auf die von der Kommission angedachte Übergangslösung, die Neurentnern weiter ein Rentenniveau von 48 Prozent garantieren soll, bis die Aktienrente greift, äußerte sich Fahimi skeptisch: "Das ist aber teurer, wenn man es richtig macht." Auch zweifelte sie an den Berechnungen der Rentenkommission: Diese gehe von Annahmen aus, "die mit der Realität wenig zu tun haben." Fahimi erhöhte den Druck auf die Bundesregierung, die Gewerkschaften weiter in die Reformdebatte einzubinden: "Die Kommission hat einen Sozialpartnerdialog zu der Frage empfohlen, wie es mit der betrieblichen Altersvorsorge weitergeht. Da erwarten wir jetzt eine Einladung zum Gespräch."

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