Juju: Rapperin spricht erstmals über Autismus- und ADHS-Diagnosen
Jahrelang war Juju von der Bildfläche verschwunden. In dieser Zeit hat sich ihr Leben stark verändert. Juju, mit bürgerlichem Namen Judith Wessendorf, gehörte zu den bekanntesten Rapperinnen Deutschlands. 2022 wurde es schließlich still um sie. Nun hat die 33-Jährige im Gespräch mit dem "Spiegel" erstmals öffentlich erklärt, was hinter ihrer langen Auszeit steckte. Kurz vor der Corona-Pandemie habe sie gespürt, dass sie nicht mehr könne, sagte Juju. Eigentlich hätte sie mit ihrer "Live 2020"-Tour auf die Bühne gehen sollen. Als die Konzerte wegen Corona ausfielen, war ihre Reaktion eine andere als erwartet: "Ich war – ehrlich gesagt – gar nicht traurig, ich war froh drüber, weil ich in dem Moment gemerkt habe, dass ich eigentlich gar nicht mehr kann." "Ganz viel Druck in meinem Kopf": Summer Terenzi spricht erstmals über ihr Tourette-Syndrom Es folgte eine dunkle Phase mit mentalen Problemen. Schließlich habe sie sich professionelle Hilfe gesucht. "Erst mal wurde es in der Therapie sogar schlechter, weil ich nichts mehr verdrängen konnte. Aber dann habe ich da eine Diagnose bekommen." Sie hat ADHS und Autismus . Bei ADHS und Autismus handelt es sich um neurologische Entwicklungsstörungen. Sie beeinflussen, wie Informationen vom Gehirn verarbeitet werden und wie Betroffene die Umwelt wahrnehmen."Durch die Diagnose habe ich endlich alles verstanden", so Juju. Sie sei "erleichtert" gewesen. "Dachte immer, irgendwas stimmt nicht mir mir" "Ich dachte ja immer, irgendwas stimmt nicht mit mir. Aber ich kannte ja nur mein Gehirn, nicht das der anderen", erklärte sie. Dadurch habe sie verstanden, warum gewisse Dinge bei ihr nicht funktionieren und auch, warum sie einiges besser kann als andere. Die Störungen wirken sich auf ihren Alltag aus. "So vereinfacht gesagt, nehme ich mehr Reize auf als andere, die ich dann nicht so gut verarbeiten kann. [...] Ich sauge auch alles um mich herum auf. Also auch die unnötigen Reize, den Lärm. Und das ist eben sehr anstrengend", schilderte sie. Durch ihr ADHS wolle sie allerdings auch viel erleben. "Das widerspricht sich. Und überfordert mich dann schnell." Nun will sie wieder zurück auf die Bühne und ihrer Leidenschaft, der Musik, nachgehen. Gleichzeitig will sie aber auch vermehrt auf Pausen achten. "Und ein gutes Umfeld. Und mehr darauf, das Erlebte halt wirklich zu verarbeiten", so Juju.