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Ceuta: Spanien rüstet sich gegen neue Flüchtlingswelle – Auch Marokko aktiv

Nach neuen Gerüchten in sozialen Medien macht Spanien in Ceuta an der Grenze zu Marokko mobil. Anders als vor zwei Wochen greift auch das Nachbarland ein. Die spanische Regierung hat ihre Polizei- und Militärpräsenz in seiner nordafrikanischen Exklave Ceuta verstärkt. Zuvor waren in den sozialen Netzwerken Aufrufe zu einem erneuten Ansturm aus dem Nachbarland Marokko bekannt geworden. Anders als vor zwei Wochen hatte dieses Mal auch die marokkanische Regierung vor einer Flüchtlingsbewegung im Grenzland gewarnt. Sie forderte die Bevölkerung dazu auf, "verdächtigen und irreführenden Aufrufen" nicht zu folgen. Die Anstiftungen seien nach marokkanischem Recht strafbar, hieß es. Zudem wachten spanische Soldaten in Kampfuniform vor Supermärkten und öffentlichen Gebäuden, während Polizeifahrzeuge verstärkt auf den Hauptstraßen der Exklave patrouillierten. Ansturm: Was stickt hinter der Flüchtlingsbewegung Ceuta: EU zerlegt sich im Streit über Migrationspolitik EU: Mehr Faktenchecks bei TikTok und Meta Am 30. Juli hatten bereits mehr als 70.000 Menschen versucht, die Grenze von Marokko zur spanischen Exklave zu überwinden. Fast 100 Menschen kamen dabei ums Leben. Der große Teil der Menschen kehrte nach wenigen Tagen zurück nach Marokko. Vor allem auf der marokkanischen Seite der Grenze wurden die Sicherheitsmaßnahmen in den vergangenen Tagen deutlich verschärft, wie RTVE berichtete. In der Grenzstadt Fnideq errichteten die Behörden demnach zusätzliche Sperren aus Stacheldraht und Nato-Draht. Patrouillenboote überwachen laut RTVE die Küste, Wasserwerfer stehen an der Grenze bereit. Zudem gebe es zahlreiche Kontrollstellen auf den Zufahrtsstraßen. In Ceuta sind derweil 880 Beamte der spanischen Nationalpolizei im Einsatz, 270 mehr als noch Ende Juli. Sie werden von rund 2.000 Soldaten und 700 Beamten der Polizeieinheit Guardia Civil unterstützt. Merz unterzeichnet Brandbrief an Sánchez Der Zwischenfall vor zwei Wochen hatte eine migrationspolitische Debatte zwischen den EU-Staaten ausgelöst. Angeführt von der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen hatten 22 Staats- und Regierungschefs der EU, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), einen Brief an den sozialdemokratischen spanischen Regierungschef Pedro Sánchez überstellt. Der wehrte sich gegen die Vorwürfe. Nach einer Krisensitzung der EU-Innenminister hatte sich die Lage kurz beruhigt. Sánchez und Meloni hatten in der Vorwoche aber dann wieder über gegenseitige Grenzkontrollen bei Reisen zwischen Italien und Spanien gestritten. Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson hatte diese Woche Sánchez in einem Interview mit der "Financial Times" direkt attackiert. "Ich denke, Spanien hat die Botschaft verstanden", sagte der rechtskonservative Politiker. Die Debatte dreht sich um Spaniens Krisenmanagement in Ceuta. Mehr aber noch um einen Vorstoß von Sánchez, der bis zu einer Million Menschen in seinem Land ohne gültige Papiere eine Aufenthaltserlaubnis ausstellen will. Von einer "sehr schlechten Idee" sprach Kristersson in der "Financial Times". Erst im Juli hatten die EU-Staaten nach zehn Jahren eine Reform des gemeinsamen europäischen Asylsystems GEAS eingeführt. Doch hielt der gemeinsame Kompromiss in der Migrationspolitik nur zwei Wochen. Die Hintergründe für den Ansturm Ende Juli sind immer noch unklar. Auch Marokko kam in die Kritik. Zwar kam ein Großteil der Geflüchteten nicht aus dem marokkanischen Land, aber auch viele Jugendliche aus Marokko hatten die Chance genutzt, um in die EU zu gelangen. Der Vorfall war deshalb auch als Beleg für die ausweglose Lage der Jugend in Marokko gewertet worden.

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