Kimmel-Streit eskaliert: Disney zieht gegen US-Behörde vor Gericht
Die Kontroverse um US-Moderator Jimmy Kimmel und Donald Trump geht in die nächste Runde: Jetzt hat Disney-Sender ABC gegen die höchste Medienaufsichtsbehörde Klage eingereicht. Der Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel ist US-Präsident Donald Trump und seinen Anhängern schon seit einiger Zeit ein Dorn im Auge. Im Herbst des vergangenen Jahres verschärfte sich die Situation nach Kimmels Äußerungen zum tödlichen Attentat auf den rechtsradikalen Aktivisten Charlie Kirk . Daraufhin wurde er vorläufig vom Sender ABC abgesetzt, durfte aber nach weltweiten Protesten seiner Fans schon eine Woche später wieder auf Sendung gehen. Im Frühjahr dieses Jahres löste erneut ein Kimmel-Scherz Ärger aus. Der Moderator machte einen Witz über Melania Trump – woraufhin die US-Regierung den Druck auf ABC erhöhte: Die staatliche Telekommunikations-Aufsicht FCC zwang mehrere ABC-Lokalsender zu einer vorfristigen Erneuerung ihrer Lizenzen. Sie verwies dabei auf bereits seit einem Jahr laufende Ermittlungen wegen angeblicher Diskriminierung bei den zum Unterhaltungsriesen Disney gehörenden Sendern. Verletzung des Rechts auf freie Meinungsäußerung? Jetzt geht der Fernsehsender ABC zum Gegenangriff über und verklagt die FCC wegen Verletzung des Rechts auf freie Meinungsäußerung. Wie die "Washington Post" berichtet, hat ABC in der am Dienstag eingereichten Klage geltend gemacht, dass die vorzeitige Überprüfung ihrer Rundfunklizenzen gegen den ersten Verfassungszusatz (First Amendment) verstößt. Der Fernsehriese warf der FCC vor, eine "Vergeltungskampagne" gegen den Sender zu führen, da die Trump-Regierung dessen Programmgestaltung missbillige. Diese Kampagne habe "einen einzigen Grund": Die Trump-Regierung "missbilligt, was ABC sendet". Die Angriffe hätten immer weiter zugenommen. Disney tritt ebenfalls als Klägerin auf Die Zeitung schrieb: "Die vor einem Bundesbezirksgericht in Washington eingereichte Klage markiert eine deutliche Eskalation des monatelangen Streits zwischen der FCC – unter der Leitung des von Trump ernannten Brendan Carr – und ABC." Die FCC hat Untersuchungen gegen ABC und dessen Muttergesellschaft Disney – die ebenfalls als Klägerin auftritt – eingeleitet. Dabei ging es um Fragen der Diversität sowie darum, ob die Daytime-Talkshow "The View" der FCC-Regel zur Gleichbehandlung unterliegt, die bei Interviews mit Kandidaten beider Parteien während eines Wahlkampfs Anwendung findet.