Sydney Marathon: Seit wann steht Münchener Allianz-Arena in Australien?
Zehntausende Läufer gehen beim Sydney Marathon an den Start. Wer finisht, bekommt eine Medaille. Doch bei einem genauen Blick auf die Plakette werden sich einige wohl wundern. Wenn am kommenden Sonntag (30. August) Zehntausende Läufer beim Sydney-Marathon an den Start gehen, werden sie wie jedes Jahr einige der weltberühmten Sehenswürdigkeiten passieren. Der Lauf geht über Sydneys Harbour Bridge, vorbei am Botanischen Garten und endet wie immer am Opernhaus, das wie ein überdimensionales Segelschiff über dem Fährhafen thront. Nicht passieren werden die Läufer hingegen die Allianz Arena. Kein Wunder, steht die doch im rund 16.000 Kilometer entfernten München. Dennoch findet sich das Stadion des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München auf der Medaille, die die Teilnehmer beim Sydney Marathon bei Erreichen der Ziellinie erhalten. Aufmerksamen Beobachtern fiel der Fauxpas schon bald auf, nachdem die Organisatoren der Lauf-Veranstaltungen den Entwurf für die diesjährige Medaille vorige Woche ins Netz gestellt hatten. "Was zum Teufel macht die Allianz Arena da?", fragten sich einige Kommentatoren. Die Auflösung folgte umgehend. Denn tatsächlich führt die Laufstrecke an Sydneys Moore Park vorbei, einem Sportkomplex, der schon seit 1988 unter diesem Namen existiert. Die Arena fungiert als Heimstadion zweier Rugbyteams und auch des Sydney FC, der in der ersten australischen Fußballliga spielt. Hauptsponsor ist der deutsche Versicherungskonzern Allianz – weshalb der Moore Park offiziell den Namen Allianz Stadium trägt. Veranstalter nimmt den Fehler mit guter Portion Humor Bei der Gestaltung der Marathon-Medaille scheint den Organisatoren wohl ein Fehler unterlaufen zu sein, als sie auf der Suche nach einem passenden Bild den Begriff 'Allianz Stadium' googelten und bei einem Foto der Münchener Arena landeten. Doch wie Australier so sind, verfielen die Veranstalter nicht in Panik. Im Gegenteil, sie nahmen ihren kleinen Lapsus sogleich selbst auf die Schippe. Der britischen BBC sagte ein Sprecher: "Auf der Rückseite der Finisher-Medaille ist wohl ein wenig zu viel internationales Flair gelandet – mit einer falschen Darstellung des Stadions." Deswegen jetzt noch schnell neue Medaillen prägen? Keinesfalls. Man stehe zu dem Fehler, hieß es. Der mache die diesjährige Plakette doch erst besonders. "Es ist eine wunderschöne Medaille – und jetzt ist sie noch ein bisschen einzigartiger", teilten die Veranstalter später auch in einer Stellungnahme bei Instagram mit. Hinter dem Entwurf, an dem auch der First Nations-Künstler Ambrose Killian beteiligt war, stecke eine Menge Arbeit und viel Hingabe, weshalb es für die 40.0000 Teilnehmer des Marathons etwas Besonders sein werde, wenn sie nach dem Zieleinlauf am Sonntag die Medaille um den Hals gehängt zu bekommen. Man sei dankbar, dass die Partner der Veranstaltung und die Läufer den "unglücklichen Fehler" mit Humor aufgenommen hätten. Genauso wolle man es auch halten. Deshalb wolle man trotz des falschen Stadions auf der Plakette nun "nicht davonlaufen". Das Schöne sei doch: "Damit haben am Wochenende alle etwas, worüber sie reden können."