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Kehrtwende bei US-Marine: Navy fordert neue Drohne vom Pentagon

Vor rund zehn Jahren verabschiedete sich die US-Marine von der Idee einer Begleitdrohne für Kampfflugzeuge. Nun hat sie den Auftrag für eine solche Waffe doch ausgeschrieben. Die US-Marine hat in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass sie große Begleitdrohnen für Kampfflugzeuge, sogenannte Collaborative Combat Aircraft (CCA), autonom von Flugzeugträgern starten und dort wieder landen lassen kann. Dennoch wurde das Vorhaben Mitte der 2010er-Jahre auf Eis gelegt, die Navy bekam stattdessen eine Drohne vom Typ MQ-25 Stingray, die Flugzeuge in der Luft betanken kann. Nun folgt die Kehrtwende: Am 31. August veröffentlichte die US-Navy eine Anfrage an das Pentagon zur Beschaffung einer neuen CCA. Zuerst berichtete das Fachportal "The War Zone" darüber. Die unbemannten Flugzeuge sollen von Flugzeugträgern der Nimitz- und Ford-Klasse starten und auf ihnen landen können, eine große Reichweite besitzen, Waffen tragen und in stark umkämpften Lufträumen operieren können. Milliardenauftrag winkt: Rheinmetall will Schützenpanzer für US-Armee bauen Lage im Überblick: USA und Iran kämpfen um Kontrolle über Straße von Hormus Insbesondere sei es der US-Marine laut der Anfrage wichtig, dass die neuen Drohnen mit bemannten Kampfflugzeugen zusammenarbeiten und mit ihnen kämpfen können. Doch die CCAs sollen Einsätze auch autonom ausführen können. Der erste Testflug eines Prototyps soll laut Navy-Anfrage ans Pentagon spätestens zwei Jahre nach Erteilung eines möglichen Auftrags stattfinden. Idee für Drohne kam bereits 2011 auf Bereits 2011 flog erstmals die vom Rüstungshersteller Northrop Grumman entwickelte X-47B-Drohne für die US-Navy. Das Flugzeug war allerdings nur ein Prototyp, mit dem die Marine erproben wollte, ob sich große unbemannte Flugzeuge in den komplizierten Betrieb eines Flugzeugträgers integrieren lassen. 2013 gelang der X-47B erstmals die automatische Landung mit Fangseil auf einem Flugzeugträger. Zwei Jahre später demonstrierte sie zudem eine autonome Luftbetankung. Die Erkenntnisse sollten in ein späteres Einsatzsystem namens UCLASS einfließen. Doch darüber, was UCLASS eigentlich leisten sollte, entstand im Pentagon ein grundlegender Streit, schreibt "The War Zone". Demnach diskutierten die Entscheider im US-Verteidigungsministerium, ob das Flugzeug vor allem der Aufklärung mit begrenzter Angriffsfähigkeit dienen oder schwerpunktmäßig für Angriffe in stark verteidigten Gebieten ausgelegt werden sollte. Die Entscheidung verzögerte sich über Jahre. 2016 wurde UCLASS schließlich umstrukturiert: Aus dem geplanten Aufklärungs- und Kampfsystem entstand das "Carrier Based Aerial Refueling System" – der Vorläufer der MQ-25 Stingray, deren Hauptaufgabe die Luftbetankung anderer Marinejets ist. Drohne soll Verluste ausgleichen können In ihrer neuen Anfrage erklärt die Marine ungewöhnlich deutlich, was sich aus ihrer Sicht verändert hat. Bemannte Kampfflugzeuge seien in stark umkämpften Gebieten "extremen" Risiken ausgesetzt. Gleichzeitig seien solche Maschinen teuer und könnten nach Verlusten nur mit langen Vorlaufzeiten ersetzt werden. Das begrenze die Fähigkeit der US-Streitkräfte, Verluste in einem größeren Konflikt auszugleichen. Die Navy sucht deshalb ausdrücklich nach unbemannten Flugzeugen, die vergleichsweise günstig sein sollen und bei deren Einsatz größere Risiken akzeptiert werden können. Sie sollen zugleich die Reichweite und Kampfkraft eines Flugzeugträgerverbands erhöhen. Firmen haben bis 18. September Zeit Auch beim Preis zeigt sich, dass die Marine inzwischen mehr Leistung erwartet. 2024 hatte die Navy für ihre CCA noch rund 15 Millionen Dollar pro Maschine angepeilt und ausdrücklich mit einem Flugzeug kalkuliert, das unter bestimmten Umständen als entbehrlich gelten könnte. Die neue Anfrage nennt nun ein Ziel von rund 30 Millionen US-Dollar pro Einheit. Ob die Navy die neue Drohne wirklich bekommt, ist allerdings unsicher. Bei der Anfrage an das Pentagon vom 31. August handelt es sich zunächst um eine Markterkundung. Die US-Marine bittet Unternehmen bis zum 18. September um Angaben dazu, was sie technisch und wirtschaftlich anbieten könnten. Welches Flugzeug daraus entsteht und ob es tatsächlich beschafft wird, ist offen.

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