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Arne Friedrich: Ex-Nationalspieler gibt sich nachdenklich nach AfD-Wahlsieg

Arne Friedrich war Teil des Sommermärchens 2006. Von der damals positiven Stimmung im Land ist nicht mehr viel übrig. Das beschäftigt den Ex-Profi, der sich nach dem AfD-Erfolg selbst in die Pflicht nimmt. Der ehemalige Nationalspieler Arne Friedrich hat mit nachdenklichen Worten auf den Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt reagiert. In einem Instagram-Post appellierte der frühere Bundesliga-Profi von Hertha BSC und dem VfL Wolfsburg , dass die Gesellschaft wieder zu einem Miteinander kommen müsse – und nahm sich dabei selbst in die Pflicht. Friedrich schrieb: "Ich will heute nicht über Parteien sprechen. Ich möchte über uns sprechen. Die Stimmung im Land hat sich verändert: misstrauischer, gereizter, schneller im Urteil. Wir suchen die Schuld häufig zuerst bei den anderen." Unterstützung vom Verein: Fußballfans feiern Kriegsverbrecher im Derby "Bodenlos" : Ex-HSV-Stars kritisieren Torjäger Der 47-Jährige fuhr fort und hinterfragte sich selbst: "Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie lebt davon, dass wir sie tragen, jeder Einzelne von uns. Deshalb frage ich mich nicht, was andere falsch gemacht haben." Er frage sich: "Wann habe ich zuletzt jemandem wirklich zugehört, dessen Weltbild ich nicht teile? Wann habe ich es mir zu leicht gemacht und jemanden in eine Schublade gesteckt, weil genaues Hinschauen anstrengender gewesen wäre?" Dann nahm er Bezug auf seine eigene Fußballer-Karriere: "Im Profisport habe ich mit Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen zusammengespielt. Dafür bin ich bis heute dankbar. Ich habe gelernt: Ein Team gewinnt nicht, weil alle gleich denken. Es gewinnt, weil unterschiedliche Menschen bereit sind, gemeinsam an einer Sache zu arbeiten." Friedrich mahnte: "Sobald das Wir verschwindet, verliert man, egal, wie talentiert der Einzelne ist." Darauf, wie man den Zusammenhalt wieder herstellen kann, habe er keine "einfache Antwort". Doch er will bei sich selbst anfangen, "bewusster das Gespräch mit Menschen suchen, deren politische Überzeugungen ich nicht teile. Nicht um sie von meiner Sicht zu überzeugen, sondern um ihre Sicht zu verstehen. Im echten Gespräch statt in der Kommentarspalte". Friedrich will herausfinden: "Wie kommen wir wieder zum Wir?"

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