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Publizist Michel Friedman spricht Merz die Eignung als Kanzler ab

Michel Friedmann ist seit 2025 kein CDU-Mitglied mehr und hat auch für dessen Vorsitzenden und Bundeskanzler wenig positive Worte übrig. Die CDU unter Merz werde zurecht abgestraft. Friedrich Merz ist nach Ansicht des Publizisten Michel Friedman ungeeignet für das Amt des Bundeskanzlers. "Ich glaube nicht, dass dieser Mann der Job-Description eines Bundeskanzlers entspricht", sagte der 70-Jährige im "Spiegel"-Spitzengespräch. Oft könnten es Politiker und Politikerinnen nicht gut. "Aber der Punkt ist, du musst das lernen." Als Beispiele führte der jüdische Publizist auf, man müsse lernen, wie mächtig Verwaltung sei. Weiterhin müsse man lernen, dass Empathie die Voraussetzung sei, um "wirkliche Kompromisse" schließen zu können – "also leben und leben lassen, ohne dass du substanzlos wirst". Friedman, aus dessen Familie seinen Angaben zufolge 50 Menschen von den Nationalsozialisten ermordet wurden, fügte hinzu: "Du musst aber auch wissen, wo sind deine Grenzen, und sie langsam übend erweitern. Das sind Job-Descriptions, die auf diesen Bundeskanzler nicht zutreffen." Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt: Siegmund hat jetzt ein Problem Kanzler bringt Novum ins Gespräch: Merz droht Magdeburg mit Bundeszwang Empathielosigkeit würde er Merz nicht unterstellen, sagte Friedman. "Aber ich würde nicht sagen, das ist ein Vorbild, an dem ich noch viel über Empathie lernen kann." Er sei der Meinung, dass die CDU unter diesem Bundeskanzler zu Recht abgestraft werde. "Was aber nicht dazu führen darf, dass man sagt, ja, weil die so schlecht sind, dann wähle ich einfach eine rassistische, zerstörerische Partei." Kritik auch an den SPD-Vorsitzenden Friedman kritisierte auch die SPD-Chefs Lars Klingbeil und Bärbel Bas, von denen er überhaupt nichts mehr höre. Da sei er sogar glücklicher, "dass dieser Kanzler zwar ruppig und teilweise in jedes Fettnäpfchen tritt, aber wenigstens mit mir spricht". Friedman war Anfang 2025 aus der CDU ausgetreten, nachdem die Union bei einem migrationspolitischen Antrag im Bundestag gemeinsam mit der AfD eine Mehrheit bekommen hatte. Seiner Ansicht nach dürfen demokratische Parteien keine Berührung mit einer Partei aufweisen, die die Demokratie zerstören wolle. Friedman war mehr als 40 Jahre Mitglied der CDU. Nachdem er der Partei 1983 beigetreten war, gehörte er zwischen 1994 und 1996 deren Bundesvorstand an. Zuletzt stand Friedman stark im Fokus. Ende Juli hielt er eine viel beachtete Rede zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele. Sein Auftritt hatte schon im Vorfeld heftige Debatten ausgelöst. Die Festspielleitung hatte Friedman zunächst eingeladen, dann wieder ausgeladen und schließlich erneut um seine Teilnahme gebeten. In seiner Rede verknüpfte Friedman die Geschichte seiner jüdischen Familie mit der Historie der Bayreuther Festspiele. Er thematisierte die antisemitischen Ansichten von Gründer Richard Wagner und auch die späteren Verbindungen der Familie Wagner zum Nationalsozialismus. Friedman mahnte eine konsequente Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels an.

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