Mercedes droht mit Werksschließung – Bremen gehört zu möglichen Standorten
Mercedes stellt die Schließung eines deutschen Montagewerks in Aussicht. Zu nur drei Standorten dieser Art in Deutschland gehört auch Bremen. Mercedes-Benz könnte ein Werk in Deutschland schließen, in dem Autos zusammengebaut werden. Voraussetzung dafür sei, dass es nicht gelingt, die Kosten an den deutschen Standorten zu senken, sagte Produktionsvorstand Michael Schiebe auf einer Betriebsversammlung in Sindelfingen. "Es ist unser klares Ziel, alle deutschen Standorte zu erhalten", sagte Schiebe nach Angaben des Unternehmens. Dafür müsse man sich auf "für alle verträgliche Maßnahmen" einigen, um die Kosten in Deutschland zu senken. "Gelingt uns dies nicht, werden wir ein deutsches Aufbauwerk sowie ein deutsches Powertrainwerk schließen müssen." Von einem solchen Schritt könnte grundsätzlich auch Bremen betroffen sein. Mercedes betreibt in Deutschland nur drei sogenannte Aufbauwerke, in denen Fahrzeuge montiert werden: in Sindelfingen, Rastatt und Bremen. Welches der drei Werke betroffen wäre, ließ Schiebe offen. Eine konkrete Schließungsankündigung für Bremen gibt es nicht. 91-Jährige stirbt: Handtaschenraub seit 14 Jahren ungelöst Maritimes Highlight: Historische "Nordstjernen" kommt nach Bremerhaven Rund 10.500 Menschen arbeiten im Bremer Werk Das Mercedes-Werk in Bremen beschäftigt nach Konzernangaben rund 10.500 Menschen und ist damit der größte private Arbeitgeber der Region. Seit 1978 werden dort Pkw produziert, inzwischen verließen mehr als zehn Millionen Fahrzeuge das Werk. Die Äußerungen aus Sindelfingen folgen auf Proteste der Autoindustrie. Am Montag beteiligten sich nach Angaben der IG Metall rund 3.000 Beschäftigte an Kundgebungen am Mercedes-Werk und im Gewerbepark Hansalinie in Bremen. Die Gewerkschaft protestierte unter anderem gegen Stellenabbau, Standortschließungen und Einschnitte bei den Arbeitsbedingungen. Mercedes hatte seinen Sparkurs zuletzt verschärft und eine "Produktivitätsoffensive für Deutschland" angekündigt. Der Vorstand schlug dabei unter anderem vor, die Arbeitszeit bei gleichem Verdienst zu erhöhen. Erst im Mai lobte Mercedes den Standort Bremen In Bremen läuft seit diesem Jahr auch der neue vollelektrische GLC vom Band. Mercedes bezeichnete das Werk im Mai als Kompetenzzentrum für Modelle des sogenannten Core-Segments. Der elektrische GLC wird dort gemeinsam mit Verbrenner- und Hybridversionen des GLC sowie dem EQE produziert. Schiebe hatte den Produktionshochlauf damals ausdrücklich gelobt. Bremen stärke damit seine Rolle als Kompetenzzentrum im Produktionsnetzwerk, erklärte der Produktionsvorstand.