Wahlpanne Berlin: Direktmandat in Spandau geht an AfD statt CDU
Im Berliner Abgeordnetenhaus wird es weniger Sitze geben als zunächst erwartet. Grund dafür ist eine Korrektur des vorläufigen Wahlergebnisses in Spandau. Das Berliner Abgeordnetenhaus wird kleiner als zunächst angenommen. Nach einer Korrektur des vorläufigen Wahlergebnisses in Spandau wird das Parlament in der Hauptstadt voraussichtlich 153 statt 158 Abgeordnete umfassen. Bei der Überprüfung der Wahlergebnisse ist ein Fehler bei der Übermittlung aus dem Spandauer Wahlkreis 1 aufgefallen. Das Direktmandat geht demnach nicht an die CDU-Kandidatin Bettina Meißner, sondern an den AfD-Bewerber Tommy Tabor. Das bestätigte die Spandauer Bezirkswahlleiterin Katrin Zickert am Freitag dem rbb. Falsche Übermittlung am Telefon Nach bisherigen Erkenntnissen war die Stimmenauszählung am Wahlabend korrekt. Das Ergebnis wurde anschließend jedoch telefonisch falsch übermittelt. Die Korrektur wirkt sich auch auf die Sitzverteilung im Abgeordnetenhaus aus. Insgesamt wurden wohl 118 Stimmen fehlerhaft weitergegeben. Wegen der veränderten Zahl der Überhang- und Ausgleichsmandate wird das Parlament nach Angaben von Landeswahlleiter Stephan Bröchler künftig voraussichtlich fünf Sitze weniger haben. Nach Berlin-Wahl: Linke, Grüne und SPD sprechen ab Donnerstag Regierungswechsel: Linke siegt klar vor der CDU Welche Abgeordneten dadurch ihren zunächst angenommenen Sitz verlieren, wird derzeit noch berechnet. Bröchler rechnet damit, dass die Namen am frühen Freitagnachmittag feststehen. Auswirkungen auf Koalitionsbildung Die neue Sitzverteilung hat auch Auswirkungen auf die Mehrheitsverhältnisse im Parlament. Nach Information der "Bild" verlieren wohl CDU , Grüne und SPD jeweils einen Sitz, die Linkspartei zwei. Eine mögliche Mehrheit für ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD wird damit knapper. Auch für andere Koalitionsmodelle verschieben sich die rechnerischen Mehrheiten.