Mercedes-Benz bringt neues Fahrsystem nach Deutschland: Test in Stuttgart
Mercedes-Benz will das Autofahren in der Stadt erleichtern. Noch vor dem bundesweiten Start sollen ausgewählte Kunden in Stuttgart die Technik testen können. Mercedes-Benz will sein neues Fahrassistenzsystem MB.DRIVE ASSIST PRO ab Ende 2026 zunächst in Stuttgart und München anbieten. Ausgewählte Kunden sollen die gemeinsam mit dem US-Chiphersteller Nvidia entwickelte Technik vorab nutzen können. Das teilte der Stuttgarter Autobauer am Mittwoch (21. Oktober) mit. Voraussetzung ist, dass die Fahrzeuge bereits über die notwendige Hardware verfügen. Mercedes-Benz will die betreffenden Kunden direkt kontaktieren und das System anschließend über ein Softwareupdate freischalten. Ihre Erfahrungen sollen in die Weiterentwicklung einfließen. Mercedes-Benz: Neues System soll ab 2027 bestellbar sein Ab dem ersten Halbjahr 2027 soll MB.DRIVE ASSIST PRO dann regulär in Deutschland bestellbar sein. Nach Unternehmensangaben wäre Mercedes-Benz der erste Autohersteller, der ein solches System neben China und den USA auch hierzulande anbietet. Die Funktion soll schrittweise für das gesamte Pkw- und Van-Angebot verfügbar werden. Welche Modelle zu welchem Zeitpunkt unterstützt werden, will der Hersteller vor der jeweiligen Markteinführung bekannt geben. Geplant ist außerdem ein kostenloser Probemonat für Kunden mit entsprechend ausgestatteten Fahrzeugen. Anders als bisherige Assistenzsysteme, die vor allem auf Autobahnen unterstützen, soll die neue Technik Fahrer auf der gesamten Navigationsroute begleiten. Dazu gehört auch der Stadtverkehr. Das System kann unter anderem beim Spurwechsel, Abbiegen an Kreuzungen sowie beim Bremsen und Anfahren an Ampeln helfen. Aktiviert wird die Funktion bei eingeschalteter Mercedes-Benz-Navigation per Tastendruck am Lenkrad. Fahrer bleibt weiterhin verantwortlich Vollständig autonom fährt das Auto damit allerdings nicht. MB.DRIVE ASSIST PRO ist ein System der Automatisierungsstufe SAE-Level 2. Fahrer müssen den Verkehr deshalb weiterhin ständig beobachten und bleiben jederzeit für ihr Fahrzeug verantwortlich. Sie können auch selbst in die Lenkung eingreifen. Für die Fahrassistenz nutzt Mercedes-Benz insgesamt 27 Sensoren: zehn Kameras, fünf Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren. Die Daten werden von einem Hochleistungsrechner verarbeitet. Zum Einsatz kommen außerdem das Mercedes-Benz-Betriebssystem MB.OS und Technologien von Nvidia. Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius sieht in der Einführung einen wichtigen Schritt für das Unternehmen. Sie unterstreiche den Anspruch, "beim automatisierten und assistierten Fahren eine führende Rolle einzunehmen", erklärt er. Grundlage für die Einführung ist nach Angaben des Herstellers die neue UN-Regelung R171, die Anforderungen an die Zulassung und Sicherheit entsprechender Fahrerassistenzsysteme festlegt. Dadurch könnte die Technik künftig auch in weiteren EU-Ländern ohne zusätzliche regulatorische Genehmigung angeboten werden.