Janosch ist tot: So sprach der Autor übers Sterben
Im Alter von 95 Jahren ist der Autor und Illustrator Janosch gestorben. Schon vor 20 Jahren sprach er über sein Interesse am Tod. Janosch prägte mit seinen Werken mehrere Generationen. Sein Buch "Oh, wie schön ist Panama" gilt heute weltweit als Klassiker der Kinderliteratur. Am Mittwoch informierte sein Verleger über den Tod des Künstlers. Horst Eckert, wie Janosch mit bürgerlichem Namen hieß, starb in seiner Wahlheimat Teneriffa . Der Tod war für ihn ein Mysterium, das ihn faszinierte. Das wird auch in mehreren Interviews deutlich, die Janosch im Laufe seines Lebens gab. Vor 20 Jahren, zu seinem 75. Geburtstag, gab der Schriftsteller dem Hörfunksender "Deutschlandfunk" ein Interview. Zwei Reporter sprachen mit Janosch und wollten wissen, was er gern noch erleben würde. Er sagte daraufhin: "Ich möchte beobachten, wie ich sterbe. Das muss unheimlich gut sein. Im Augenblick des Todes ist die Erleuchtung am höchsten." Es war nicht das erste Mal, dass Janosch über den Tod sprach. Auch anlässlich seines 80. Geburtstag sinnierte er über das, was nach dem Leben kommt. Der österreichischen Zeitung "Der Standard" sagte er, er denke schon länger darüber nach, wo er begraben werden möchte, erklärte aber auch: "Ich habe noch keine Lösung gefunden." "Aber eigentlich möchte ich gar nicht sterben" Weiter verriet er: "Ich tendiere zum verbrannt werden, aber ich bin mir nicht sicher, ob das nicht wehtut. Man merkt ja nicht gleich, dass man stirbt, und geht seinen alltäglichen Handlungen noch ein Weilchen nach." 15 Jahre sind diese Äußerungen nun her und damals machte Janosch klar: "Aber eigentlich möchte ich gar nicht sterben." Ebendarum sei er auch kinderlos, "weil man schenkt denen ja nicht das Leben, sondern den Tod", so Janosch. Vatergefühle habe er dennoch, "nur den Kindern der anderen gegenüber". An seinem 90. Geburtstag sagte er der "Süddeutschen Zeitung": "Ich fürchte die Rache Gottes. Vor der muss man sich ja mit zunehmendem Alter doch allmählich hüten." Janosch ist religiös erzogen worden, im Erwachsenenalter löste er sich davon. In dem "Standard"-Interview erklärte er: "Ich habe den Verdacht, dass Gott und der Teufel eine Person sind. Ich war ja Jesuitenschüler, ich weiß alles darüber. Die Religion ist unheilbar. Es gibt inzwischen sogar spezielle Psychiater für religiöse Traumata, aber was in den ersten sieben Lebensjahren passiert, ist unheilbar. Man verliert dadurch die beste Zeit im Leben." Ihm seien Jahre durch seinen eigenen Vater genommen worden, der "jeden Tag betrunken auf allen vieren nach Hause gekommen" sei, ihn verprügelt und ihn "geängstigt" habe. Einmal sagte Janosch in einem Interview, er empfand es als größten Erfolg seines Lebens, die "Furcht vor Gott" abgelegt zu haben.