USA nach den Midterms: Trumps Absturz hat Folgen für Deutschland
Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser, politische Stimmungen gleichen manchmal einem Pendel: Ist ein Extrem ausgereizt, schwingt die Wählergunst ins andere Extrem. Das Bild stammt nicht von mir, sondern von meinem geschätzten Kollegen Christoph Schwennicke, der so erklärt, warum sich rechte Populisten gegenwärtig im Niedergang befinden: von Orbán in Ungarn bis zu Trump in den USA. Folgt also auf das jahrelange Trump-Chaos eine beinharte linke Politik? Oder besteht nun die Chance, dass endlich die politische Mitte wieder erstarkt, dass die Vernünftigen, Konstruktiven in den demokratischen Gesellschaften des Westens wieder die Oberhand gewinnen? Die Folgen der amerikanischen Kongresswahlen sind möglicherweise gravierender, als es auf den ersten Blick erscheint. Nicht nur sind in Trumps MAGA-Truppe erste Absetzbewegungen zu beobachten, auch hierzulande verschieben sich plötzlich die Gewichte. Noch ist es zu früh, abschließend zu beurteilen, was daraus entsteht, aber erste Indizien lassen erahnen, wohin die Reise gehen kann. Die Bedeutung für die deutsche Politik und Gesellschaft lässt sich kaum überschätzen. So gesehen trifft es sich gut, dass Christoph und ich gestern zwischen all den Terminen, die man als Redakteur täglich zu bewältigen hat, Zeit für einen Besuch in unserem Aufnahmestudio gefunden haben. Dort saßen schon Moderatorin Christin Brauer und Aufnahmeleiter Axel Krüger, um den "Tagesanbruch"-Podcast mit uns zu komponieren. Das Ergebnis kann sich hören lassen, meine ich. Jedenfalls erfahren Sie darin, warum Trumps Umfeld plötzlich als "verseucht" gilt, warum Populisten Versager sind und warum es möglicherweise doch ganz anders kommt, als es das Bild vom Pendel vermuten lässt. Hören Sie bitte: Hören auf: Spotify | Apple || Transkript Ich wünsche Ihnen ein gut informiertes Wochenende und bedanke mich für viele freundliche Zuschriften in den vergangenen Tagen. Darf man als Journalist für so nette Leser und Hörer arbeiten, gibt es keinen schöneren Beruf. In diesem Sinne herzliche Grüße Ihr Florian Harms Chefredakteur t-online