Russland weist englischen Bericht zu Litwinenko-Giftmord zurück

Moskau (dpa) - Im Streit über den Giftmord an dem Kremlkritiker Alexander Litwinenko hat der russische Abgeordnete Andrej Lugowoi die Anschuldigungen aus Großbritannien als «absurd» zurückgewiesen. «Erwartungsgemäß gab es keine Sensation. Die Ergebnisse (des Richters Robert Owen) bestätigen die antirussische Position Londons sowie die Engstirnigkeit und Unlust der Engländer, den wahren Grund für den Tod von Litwinenko festzustellen», sagte er der Agentur Interfax zufolge.Ein russischer Justizsprecher nannte die am Donnerstag in London veröffentlichten Untersuchungsergebnisse «politisch motiviert». Moskau werde auf einer solchen Grundlage kein Verfahren gegen Lugowoi und den ebenfalls beschuldigten Dmitri Kowtun eröffnen, sagte der namentlich nicht genannte Mitarbeiter. Zudem untersage es die russische Verfassung, russische Staatsbürger für einen möglichen Prozess im Ausland auszuliefern, bekräftigte er. Lugowoi genießt überdies als Abgeordneter der Staatsduma Immunität.Ein ranghoher Diplomat in Moskau sagte, Russland werde einen offiziellen Kommentar nach Prüfung des Untersuchungsberichts abgeben. Schon jetzt sei aber klar, dass die Ergebnisse «nicht ohne Auswirkungen» auf das bilaterale Verhältnis bleiben würden. Die Beziehungen zwischen London und Moskau gelten als angespannt.

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