Keine U-Bahn zum Olympiapark? - Rio droht Transportchaos

Die Stadien für Olympia in Rio liegen im Zeitplan - aber womöglich müssen Hunderttausende Touristen stundenlang mit Bussen statt mit einer U-Bahn zum sehr weit draußen liegenden Olympiapark fahren. IOC-Präsident Bach bleibt dennoch «sehr zuversichtlich»Rio de Janeiro/Lillehammer (dpa) - Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro droht ein Transportchaos. Das wichtigste Infrastrukturprojekt, eine 16 Kilometer lange Metrolinie zum Olympiapark im Stadtteil Barra, könnte nicht rechtzeitig fertig werden. In einer streng vertraulichen Mitteilung an das Internationale Olympische Komitee (IOC) habe Rios Bürgermeister Eduardo Paes mitgeteilt, es gebe ein «hohes Risiko», dass die U-Bahn-Linie bis zum Start der Spiele im August nicht betriebsbereit sein könnte. Das berichtete das Portal «O Globo» am Samstag. Paes habe vorgeschlagen, stattdessen auf Busse zu setzen. IOC-Präsident Thomas Bach äußerte unterdessen seine «nach wie vor große Zuversicht», dass die Metrolinie rechtzeitig fertiggestellt wird. Auf allen Regierungsebenen gebe es «sehr gute Reaktionen», sagte Bach am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Lillehammer. Man halte ständig Kontakt zum OK und zum Bürgermeister und spüre die «Verpflichtung und die Entschlossenheit» der Regierung und der Organisatoren. Deshalb sei das IOC «wirklich sehr zuversichtlich, dass auch dieses Projekt vor den Spielen fertig wird».Die Linie 4 soll bis zu 300 000 Menschen pro Tag transportieren. Ursprünglich sollte die Linie 8,5 Milliarden Real kosten, nun könnten es aber bis zu 10,3 Milliarden Real (2,3 Milliarden Euro) werden. Da es wegen der bergigen Topographie nur wenige und jetzt schon ständig verstopfte Straßen entlang der Küste von den Strandvierteln Copacabana und Ipanema nach Barra gibt, drohen während Olympia (5. bis 21. August) lange Staus. Schon jetzt dauert die Fahrt auf der fast 40 Kilometer lange Strecke vom Zentrum der 6,5-Millionen-Stadt bis zum Olympiapark mitunter bis zu zwei Stunden. Viele Hotels liegen im Zentrum Rios. Paes schlug in der in Auszügen von «O Globo» veröffentlichten Email eine Krisensitzung mit IOC-Vertretern Anfang kommender Woche vor. Ein Grund für die mögliche Verzögerung der Bauarbeiten sind wohl Finanzierungsprobleme. Geplant war, dass die Linie nach kurzem Probebetrieb von Juli an Passagiere befördert. Sie soll mit sechs Stationen von Ipanema nach Barra führen, vom Zentrum nach Ipanema gibt es bereits eine Linie. Von Barra nach Ipanema sollen es dann nur noch 13 Minuten sein, von Barra bis zum Zentrum 34 Minuten. Aber immer wieder gab es Probleme, zum Beispiel bei Tunnelarbeiten. Das Gesamtbudget der ersten Olympischen Spiele in Südamerika - Stadien, Infrastruktur, private und öffentliche Gelder - beträgt 38,7 Milliarden Real (8,62 Milliarden Euro). Die Stadien sind im Zeitplan, im Olympiapark Barra sind fast alle Sportstätten bereits fertig.

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