Faymann: Kritik an Quoten ist Ausdruck innerdeutscher Debatte

Wien (dpa) - Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann reagiert kühl auf die deutsche Kritik an den neuen Flüchtlingsquoten des Alpenlandes. «Die Kritik aus Berlin ist Ausdruck der innerdeutschen Diskussion» zwischen CDU und CSU, sowie innerhalb der CDU, sagte der Sozialdemokrat gegenüber der «Kleinen Zeitung» (Sonntag). Er hielt an den täglichen Obergrenzen von 80 Asylanträgen und 3200 Durchreisenden nach Deutschland fest und kritisierte, dass das Abschlussdokument des EU-Gipfels Widersprüchliches zur Praxis des «Durchwinkens» enthalte.«Einerseits heißt es darin, dass wir das "Durchwinken" beenden sollen. Andererseits sollen wir die Flüchtlinge durchlassen, wenn Deutschland diese akzeptiert», sagte Faymann. Schon bevor die Quoten Ende der Woche in Kraft traten, hatte Deutschland monatelang eine große Zahl von Flüchtlingen und Migranten aus Österreich aufgenommen. «Wir sind für Obergrenzen, Merkel will noch keinen solchen Richtwert festlegen. Vielleicht tut sie es eines Tages ja doch noch», sagte Faymann.Am Freitag drohte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) Österreich und anderen EU-Staaten mit Konsequenzen, falls sie das Asylproblem auf Kosten Deutschlands lösen wollten. Am Wochenende legte Unions-Fraktionschef Volker Kauder nach. Das Quotensystem sei kein freundlicher Akt, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Читайте на сайте