Widersprüchliche Bilanz in Montenegro nach 10 Jahren Unabhängigkeit

Podgorica (dpa) - In Montenegro bewerten Regierung und Opposition die vor zehn Jahren erreichte Unabhängigkeit gegensätzlich:- Regierungschef Milo Djukanovic verbucht Nato- und EU-Kandidatur sowie eine bessere wirtschaftliche Entwicklung als in anderen Staaten der Region als Erfolge. «Ich bin persönlich zufrieden mit dem Erreichten», sagt er.- Djukanovic führe mit seiner Familie und einigen Freunden das kleine Adrialand «wie einen Privatstaat», behauptet die Opposition. Die Privatisierung der vielen kommunistischen Betriebe sei intransparent und kriminell gelaufen. Alle Infrastrukturprojekte zum Beispiel im Straßenbau seien liegengeblieben.- Trotz grassierender Korruption gebe es kein einziges Urteil gegen einen darin verwickelten Spitzenpolitiker, kritisiert der Verband der Bürgerinitiativen (MANS). In der letzten Woche hat Svetozar Marovic als zweitwichtigster Politiker vor dem Staatsanwalt eingeräumt, er sei der «Kopf einer kriminellen Vereinigung» gewesen, die einen Schaden von über 15 Millionen Euro angerichtet habe. Allerdings wurde er aus der U-Haft entlassen und ist inzwischen ins Ausland gereist.- Der größte Erfolg während der letzten Jahre sei die Europameisterschaft im Wasserball 2008 gewesen, sagt der Oppositionsvertreter Dritan Abazovic.

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