Österreichischer Politologe: Rennen um Präsidentenamt offen

Berlin (dpa) - Der österreichische Parteienforscher Peter Filzmaier sieht den Ausgang der Bundespräsidentenwahl an diesem Sonntag völlig offen. Ein Erfolg des Rechtspopulisten Norbert Hofer sei trotz dessen überraschend deutlichen Sieges in der ersten Wahlrunde nicht automatisch sicher, sagte Filzmaier am Samstag im Deutschlandradio Kultur.Demnach beruht die Hoffnung des Kandidaten der Grünen, Alexander Van der Bellen, auf den über zwei Millionen Wählern, die im ersten Wahlgang zu Hause geblieben sind. Mit dem Rücktritt von SPÖ-Chef und Bundeskanzler Werner Faymann habe Hofer zudem «seinen Lieblingsfeind» im Wahlkampf verloren, sagte der Professor für Demokratiestudien und Politikforschung an der Universität KremsIn Österreich handelt es sich nach den Worten von Filzmaier nicht um einen Rechtsruck. Die Gründe für den Aufschwung des Rechtspopulismus lägen vielmehr in der Unzufriedenheit mit der Politik der großen Koalition aus SPÖ und ÖVP. «Die Regierungsunzufriedenheit ist gigantisch», sagte er. Darüber hinaus herrsche bei 80 Prozent der Bürger eine durch Ärger und Enttäuschung gekennzeichnete Politikverdrossenheit. Damit habe Österreich, unabhängig von der Wahl am Sonntag «ein demokratiepolitisches Problem».

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