«Medaille statt Akkreditierung» - Handballer wollen Bronze holen

Handball-Europameister Deutschland will die zweite Chance auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro nutzen. Im Spiel um Bronze ist Polen der Kontrahent. Beide Teams standen sich schon in der Vorrunde gegenüber.Rio de Janeiro (dpa) - Die Enttäuschung ist verdrängt, die Siegeslust neu geweckt: Die deutschen Handballer wollen zum Abschluss der Spiele in Rio de Janeiro ihre Sehnsucht nach einer Olympia-Medaille stillen. «Das große Ziel ist es, mit etwas anderem um den Hals als der Akkreditierung nach Hause zu fahren», sagte Kapitän Uwe Gensheimer. Im kleinen Finale trifft der Europameister an diesem Sonntag (15.30 Uhr MESZ) auf Polen.Der bittere Last-Second-K.o. im Halbfinale gegen Weltmeister und Olympiasieger Frankreich wird im deutschen Handball-Lager als Lerneeffekt verbucht. «Das ist Lehrgeld, das wir bezahlt haben. Das werden wir gut einsetzen auf dem Weg nach Tokio», sagte Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB). Ähnlich sieht es auch Uwe Gensheimer. «Solche Erfahrungswerte sind enorm wichtig auf so einem Niveau. Das kann man nicht trainieren. Das nimmt man nur bei so einem Turnier mit», meinte der Linksaußen. Schon im Abschlusstraining vor der Partie gegen den WM-Dritten Polen war der Fokus auf den kommenden Kontrahenten gerichtet. «Es sind alle fit. Jetzt konzentrieren wir uns einfach auf die nächste Aufgabe», sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson. In der Vorrunde hatte seine Mannschaft mit 32:29 gegen die Polen gewonnen. «Die haben sich im Laufe des Turniers gesteigert. Sie haben eine erfahrene Mannschaft. Sie haben eine ähnliche Situation wie wir mit der Enttäuschung», urteilte der Isländer und fügte an: «Das ist ein 50:50-Spiel.»Uwe Gensheimer warnte vor allem vor dem ehemaligen Bundesliga-Spieler Karol Bielecki. «Er spielt ein überragendes Turnier. Der trifft aus zwölf Metern, haut die Dinger in den Winkel», sagte er. Als Vorteil für die deutsche Mannschaft könnte sich erweisen, dass die Polen fünf Stunden weniger Zeit zur Regeneration hatten und gegen Dänemark auch noch in die Verlängerung mussten. «Jede Stunde ist wichtig», sagte Sigurdsson. Und Delegationsleiter Bob Hanning erklärte: «Es ist auch von Vorteil, dass wir die jüngere Mannschaft haben.»

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