Mit nur einem Auge: Ex-Bundesligaspieler Bielecki bester Rio-Schütze

Rio de Janeiro (dpa) - Wenn der 2,02-Meter-Hüne Karol Bielecki in die Höhe steigt, sind die meisten Torhüter machtlos. Der polnische Rückraumspieler von KS Kielce gilt als einer der weltbesten seines Fachs. Dabei stand seine beispiellose Karriere am 11. Juni 2010 vor dem Aus. In einem Testspiel mit dem Nationalteam verletzte sich der damals für die Rhein-Neckar Löwen spielende Halblinke in einem Zweikampf mit dem Kroaten Josip Valcic schwer am Auge. In mehreren Operationen kämpfen die Ärzte um das Augenlicht. Doch die Mediziner verlieren diesen Kampf, der Rotschopf erblindet auf dem linken Auge. Aufgeben kennt er nicht: Er kämpft gegen Gleichgewichtsstörungen an und schuftet täglich für seine Rückkehr. Immer wieder sagt er sich: «Ich will weiter Handball spielen.» Drei Monate später feiert er am zweiten Bundesliga-Spieltag der Saison 2010/2011 in der Mannheimer SAP Arena mit einer Schutzbrille sein Comeback. Nach den «Karol, Karol»-Sprechchören hatte Bielecki Tränen in den Augen. In Rio absolvierte er im kleinen Finale gegen Deutschland sein bereits 252. Länderspiele und schraubte mit den drei Treffern gegen Gensheimer und Co. seine Torausbeute auf 946. Insgesamt erzielte er in Rio 55 Treffer und wurde bester Werfer. «Er spielte ein überragendes Turnier. Der trifft aus zwölf Metern, haut die Dinger in den Winkel», sagte Ex-Kollege Uwe Gensheimer.

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