Ex-BND-Chef Schindler: Snowden arbeitet für russischen Geheimdienst
Berlin (dpa) - Ex-BND-Chef Gerhard Schindler hat den US-Whistleblower Edward Snowden als Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes FSB bezeichnet. Snowden sei «Spielball des russischen Geheimdienstes. (...) Hier und heute arbeitet er für den russischen Geheimdienst. Das steht fest», sagte Schindler am Mittwoch bei einer von «Bild.de» organisierten Podiumsdiskussion unter dem Motto «Snowden - Held oder Verräter» in Berlin. Zuvor hatte Schindler an einer Voraufführung des Films «Snowden» von US-Regisseur Oliver Stone in Berlin teilgenommen.Snowden lebe abgeschirmt in Russland, er sei Spielball des russischen Dienstes FSB, sagte Schindler. Der NSA-Enthüller habe sich freiwillig in die Obhut der Russen begeben. Der Ex-Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) lieferte sich einen heftigen verbalen Schlagabtausch mit Konstantin von Notz, dem Grünen-Obmann im Untersuchungsausschuss zur Abhöraffäre um den US-Geheimdienst NSA. Der Grünen-Fraktionsvize hielt Schindler entgegen, es sei eine absurde These, dass sich Snowden freiwillig in Russland aufhalte. Erneut plädierte Notz dafür, zu versuchen, den Amerikaner nach Deutschland zu holen, um ihn zu befragen. Der Film «Snowden» kommt an diesem Donnerstag in die deutschen Kinos. Die Enthüllungen Snowdens haben auch die deutschen Geheimdienste belastet. Ihnen war vorgeworfen worden, williger Erfüllungsgehilfe der Amerikaner gewesen zu sein. Dies hat Schindler in seiner Amtszeit stets zurückgewiesen. Der 33-jährige Snowden hält sich an einem unbekannten Ort in Russland auf. Der Kreml gewährte ihm 2014 eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung. Für die Film-Vorbereitungen hatte Stone Snowden in Moskau getroffen.