Ungarische Wahlbehörde: Nur 40 Prozent gültige Stimmen bei Referendum
Budapest (dpa) - Die ungarische Wahlbehörde hat das umstrittene Referendum über die EU-Flüchtlingsquoten offiziell als ungültig eingestuft. Nach Auszählung von 99,78 Prozent der Stimmen teilte das Büro am Sonntagabend mit, dass nur 39,9 Prozent der Wahlberechtigten einen gültigen Wahlzettel abgegeben haben. Für einen Erfolg hätten mehr als 50 Prozent eine gültige Stimme abgeben müssen.98,3 Prozent oder umgerechnet 3,2 Millionen Wähler stimmten gegen die EU-Quoten, mit denen Asylbewerber gleichmäßiger auf die Mitgliedstaaten verteilt werden sollen.Der rechts-konservative Ministerpräsident Viktor Orban präsentierte sich vor Anhängern seiner Regierungspartei Fidesz dennoch in Siegerpose. «Wir haben ein großartiges Ergebnis erzielt», sagte er am späten Abend in Budapest. «Die Waffe wird auch in Brüssel ziemlich scharf sein», fügte er hinzu. Er ging mit keinem Wort darauf ein, dass das Referendum ungültig war.Zuvor hatte bereits ein hoher Fidesz-Funktionär bekanntgegeben, dass die Wahlbeteiligung bei 45 Prozent lag und damit das nötige Quorum an gültigen Stimmen verfehlt wurde. Die Opposition bezeichnete den ungültigen Ausgang der Abstimmung als «Sieg der nüchternen Vernunft» und verlangte Orbans Rücktritt.