Wallonischer Regierungschef zu Ceta: Waren uns in der Sache nahe
Brüssel (dpa) - Kanadas Handelsministerin Chrystia Freeland wirft das Handtuch in den Ceta-Gesprächen - und ihr Gegenüber Paul Magnette erklärt sich. Eigentlich seien beide Seiten gar nicht so weit auseinander gewesen - doch dem Zeitdruck wollten sich die Wallonen nicht beugen. Die Äußerungen des wallonischen Ministerpräsidenten in einem Fernsehinterview im Wortlaut: «Wir haben gut gearbeitet, in einem sehr konstruktiven Geist, viele Stunden lang. Ich habe unseren kanadischen Partnern irgendwann erklärt, dass ich vor das (wallonische) Parlament treten muss, Rechenschaft ablegen, auch über die Entwicklung dieser Angelegenheit.In der Sache, da denke ich, dass man sich wirklich sagen kann, dass Fortschritte wirklich möglich waren, weil ich glaube, dass unsere Vorstellungen sehr nah beieinander sind. Die Schwierigkeiten traten eher bei der Zeit auf - weil wir noch etwas Zeit brauchen. Ich verstehe, dass das für die Kanadier sehr lange ist. Für sie sind das sieben Jahre Diskussionen. Aber für uns Wallonen sind das erst zwei Wochen, dass wir bei der Sache beteiligt waren.Und es ist schwierig für mich, dem Parlament zu sagen, dass wir alles sofort entscheiden müssen oder morgen - naja. Ich bin einfach dafür eingetreten, dass wir ein bisschen mehr Zeit haben. Das war für unsere kanadischen Partner offenbar nicht möglich. Ich bedaure das. Aber ich möchte wirklich die Tatsache würdigen, dass wir auf ausgesprochen herzliche, konstruktive Weise gearbeitet haben. Und dass uns das vielleicht eines Tages erlaubt, die Diskussionen zu erneuern.»