Europaspiele in Minsk: DOSB enthält sich bei Abstimmung

Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Olympische Sportbund hat sich bei der umstrittenen Vergabe der Europaspiele an die weißrussische Hauptstadt Minsk seiner Stimme enthalten. Das erklärte des Vorstandsvorsitzende Michael Vesper am Freitag.«Der DOSB hatte sich nach der ersten Ausgabe der Spiele, die 2015 in Baku stattfand, dafür eingesetzt, mit der zweiten Ausgabe nach Westeuropa zu gehen statt wiederum in ein Land mit einer problematischen Menschenrechtssituation», sagte Vesper in einer Stellungnahme.«Von daher hat der DOSB zunächst den Antrag auf Vertagung unterstützt und sich, als dies mehrheitlich abgelehnt worden war, der Vergabe bei der Abstimmung nicht zugestimmt, sondern sich enthalten», so Vesper weiter. Leider habe es bis zuletzt keinen westeuropäischen Bewerber gegeben. «Daher sah die große Mehrheit des EOC keine Alternative, als das Angebot des weißrussischen NOK anzunehmen.»Das niederländische NOK hatte seine Bewerbung im Juni 2015 zurückgezogen. Die Vollversammlung des Europäischen Olympischen Komitees (EOC) hatte am Freitag entschieden, die Europaspiele 2019 in dem autoritär regierte Weißrussland austragen zu lassen. Mehr als ein Jahr wurde vergeblich nach einem weiteren Bewerber für die Spiele gesucht. Einen Gegenkandidaten zu Minsk gab es am Ende nicht.

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