Bundesregierung erinnert Iraks Regierung an Zusage für Mossul

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hat die irakische Regierung an ihre Zusage erinnert, eine Vertreibung sunnitischer Araber und anderer Minderheiten aus der Stadt Mossul zu verhindern. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Montag in Berlin nach einem Gespräch mit seinem irakischen Amtskollegen Ibrahim al-Dschafari, es komme jetzt darauf an, dass die Vereinbarungen, die mit den schiitischen Milizen und den kurdischen Peschmerga für den Moment nach dem erhofften Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getroffen wurden, auch respektiert würden. Al-Dschafari erklärte, der Vormarsch der irakischen Truppen nach Mossul sei in der ersten Phase «schneller als erwartet» verlaufen. Es sei aber nicht unbedingt zu erwarten, dass dieses Tempo gehalten werden könne, da die Terrormiliz in ihrer Kriegsführung keine Rücksicht auf Zivilisten nehme.Die Bundesregierung unterstützt den Irak bei der Versorgung von Vertriebenen und beim Wiederaufbau in Gebieten, die früher vom IS beherrscht worden waren. Im Westen des Landes hatte es nach der Befreiung von Ortschaften Fälle von Misshandlungen sunnitischer Vertriebener durch schiitische Milizen gegeben. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte zuletzt die Zerstörung arabischer Dörfer durch kurdische Kämpfer in den Provinzen Ninive und Kirkuk dokumentiert.

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