Von RAF bis NSU: Hohe Belohnungen für Hinweise auf Schwerverbrecher
Berlin (dpa) - Nach schweren Verbrechen werden oft Belohnungen für Hinweise zu den Tätern ausgesetzt. Behörden wie Staatsanwaltschaften, Landeskriminalämter und Justizministerien loben meist Belohnungen von einigen tausend bis mehreren zehntausend Euro aus. Für NS-Verbrecher, RAF- und NSU-Terroristen wurden aber auch schon sechs- bis siebenstellige Beträge festgelegt. Neben Behörden versprechen auch Privatperson und Unternehmen manchmal hohe Summen für entscheidende Hinweise. Eine Auswahl hoher privater und behördlicher Belohnungen mit dem Jahr, in dem sie ausgesetzt wurden:4 Millionen Mark (rund 2 Millionen Euro): RAF-Mörder von Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989)3 Millionen Mark (rund 1,5 Millionen Euro): RAF-Mörder von Siemens-Forschungschef Karl Heinz Beckurts (1986)1 Million Mark (rund 500 000 Euro): Thomas Drach, Entführer von Jan Philipp Reemtsma (1996)1 Million Mark (rund 500 000 Euro): Entführer und Mörder von Jakub Fiszman (1996)1 Million Mark (rund 500 000 Euro): Erpresser des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (1998)300 000 Euro: Polizistenmörder von Heilbronn (später als NSU-Mord erkannt) (2009)300 000 Euro: Neunfacher Mörder von Kleinunternehmern (später als NSU-Morde erkannt) (2006)500 000 Mark (rund 260 000 Euro): Alois Brunner, Assistent von Adolf Eichmann, Organisator des Holocaust (1995)