Russische Stiftung bezahlte Krimreise von AfD-Politiker Pretzell

Koblenz (dpa) - Der AfD-Europaabgeordnete Marcus Pretzell hat sich eine Reise zu einem Kongress auf die Krim von einer russischen Stiftung bezahlen lassen. Es sei «allgemein üblich», dass die Reisekosten eines Referenten vom Veranstalter übernommen würden, erklärte Pretzell am Samstag auf Nachfrage von Journalisten am Rande eines Kongress europäischer Rechtspopulisten in Koblenz. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» über seine Reise berichtet.Pretzell nahm im April 2016 am dreitägigen «Yalta International Economic Forum» teil. Die jährliche Konferenz wird von einer russischen Stiftung ausgerichtet und von der Moskauer Regierung unterstützt. Anreise, Übernachtungs- und Aufenthaltskosten ließ er sich demnach vom Veranstalter bezahlen. Laut «Spiegel» beschäftigt sich eine Ethikkommission des Europaparlaments mit der Angelegenheit, Pretzell selbst sprach von einem Untersuchungsausschuss. Die Teilnahme kostete zwischen 1500 und 1800 Euro, wie der «Spiegel» unter Berufung auf die Veranstalter berichtete. Hinzu kamen Ausgaben für die Hin- und Rückflüge mit Aeroflot.Pretzell selbst stufte das Ganze als «Petitesse» ein. «Meine Reise auf die Krim hat mir ja ein Einreiseverbot in der Ukraine beschert», erklärte der Abgeordnete. Er habe aber ohnehin nicht in das Land reisen wollen.

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