(Wochenendzusammenfassung 1800 - neu: Relegationsgegner von Regensburg, letzter Absatz und Teaser) DFB ermittelt wegen Manipulationsverdachts - Paderb

Die Saison in der 3. Fußball-Liga geht mit Manipulationsvorwürfen in die Verlängerung. Der DFB ermittelt gegen Spieler des VfL Osnabrück. Der SC Paderborn steigt zum dritten Mal in Serie ab. Jahn Regensburg spielt in der Aufstiegsrelegation gegen 1860 München.Rostock (dpa) - Ein drohender Manipulationsskandal um Spieler des VfL Osnabrück hat in der 3. Fußball-Liga das Saison-Finale mit dem erneuten Abstieg des SC Paderborn überschattet. Wegen des Verdachts der versuchten Einflussnahme im Abstiegskampf ermittelt der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der DFB hat auch eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt und die eigene Ethikkommission eingeschaltet, wie er nach dem 0:0 der Paderborner beim VfL Osnabrück am Samstag mitteilte. Die zweite Mannschaft von Werder Bremen war durch das 1:0 gegen den VfR Aalen noch an Paderborn vorbeigezogen und rettete sich am letzten Spieltag. Nach Angaben des DFB ging bei seinem Ombudsmann ein Hinweis ein, wonach Osnabrücker Spieler versucht haben sollen, Gegenleistungen von Bremer Spielern dafür zu erhalten, dass sie sich in der VfL-Partie gegen Paderborn um einen Sieg bemühen. DFB-Vizepräsident Rainer Koch habe daraufhin Ermittlungen veranlasst.Am Sonntag bestätigte Koch im Gespräch mit dem Deutschlandfunk einen «sehr konkreten Verdacht». Zudem lobte er das Verhalten von Werder Bremen II. «Die Spieler von Werder Bremen haben sich sofort an den Ombudsmann gewendet, so dass wir hier in schneller und konsequenter Weise reagieren konnten und auf diese Weise großer Schaden von der Dritten Liga abgewendet werden konnte», sagte der beim DFB für Rechtsfragen zuständige Vizepräsident.Der DFB-Kontrollausschuss informierte in Abstimmung mit den Staatsanwaltschaften in Bochum und Osnabrück am Freitag bei einem Ortstermin in Osnabrück die Vereinsführung. Zudem wurden mehrere Spieler befragt, danach empfahl der Kontrollausschuss, drei tatverdächtige Akteure nicht einzusetzen. Der Verein kam dem nach. «Wir haben uns unmittelbar bereiterklärt, alle erforderlichen Maßnahmen zur Aufklärung der im Raum stehenden Vorwürfe gegen wenige Spieler des VfL Osnabrück zu unterstützen», sagte VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend in einer Pressemitteilung. Koch erklärte, dass der VfL Osnabrück als Verein mit den Vorwürfen nichts zu tun habe, es sich vielmehr um «die Aktionen einzelner Spieler» handele. Offensichtlich gebe es einige Spieler, die den Ruf des Vereins aufs Spiel gesetzt hätten, sagte Wehlend im ARD-Interview. Namen wollte er nicht nennen, die Betroffenen seien bis zur Aufklärung suspendiert. Kapitän Christian Groß habe sich aber nichts zuschulden kommen lassen.Osnabrück ist zum zweiten Mal von einem derartigen Vorgang betroffen. 2009 hatte der damalige VfL-Spieler Thomas Cichon eine Manipulationsabsprache sowie die Zusage von Bestechungsgeld an ihn gestanden. Bei der Zweitliga-Partie des VfL Osnabrück beim FC Augsburg (0:3) habe er nicht mit vollem Einsatz gespielt, erklärte Cichon später vor Gericht.Paderborn sorgte mit dem dritten Abstieg nacheinander von der Bundesliga in die Regionalliga für einen unfreiwilligen deutschen Rekord. Auch mehrere Trainerwechsel konnten den Absturz nicht verhindern. Wie Paderborn sind im nächsten Spieljahr auch der FSV Mainz II und der FSV Frankfurt nicht mehr im deutschen Profifußball vertreten.Aufsteiger Jahn Regensburg hingegen verteidigte mit einem 1:0 (0:0) bei Preußen Münster den dritten Rang und wird nun gegen den Zweitliga-Drittletzten 1860 München um den Durchmarsch in die 2. Liga spielen. Drittliga-Meister MSV Duisburg und der Zweite Holstein Kiel hatten den Sprung in die Zweitklassigkeit bereits am vorletzten Spieltag perfekt gemacht.

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